Adalbert Chamisso

Sonett

Ich fühle mehr und mehr die Kräfte schwinden; Das ist der Tod, der mir am Herzen nagt, Ich weiß es schon und, was ihr immer sagt, Ihr werdet mir die Augen nicht verbinden. Ich werde müd‘ und müder so mich winden, Bis endlich der verhängte Morgen tagt, Dann sinkt der Abend und, wer nach mir …

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Was soll ich sagen?

Mein Aug ist trüb‘, mein Mund ist stumm, Du heißest mich reden, es sei darum. Dein Aug ist‘ klar, dein Mund ist roth, Und was du nur wünschest, das ist ein Gebot. Mein Haar ist grau, mein Herz ist wund, Du bist so jung, und bist gesund. Du heißest mich reden, und machst mir’s so …

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Geh‘ du nur hin

Ich war auch jung und bin jetzt alt, Der Tag ist heiß, der Abend kalt, Geh‘ du nur hin, geh du nur hin, Und schlag dir solches aus dem Sinn. Du steigest hinauf, ich steige hinab, Wer geht im Schritt, wer geht im Trab? Sind dir die Blumen eben recht, Sind doch sechs Bretter auch …

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Die alte Waschfrau

Du siehst geschäftig bei dem Linnen Die Alte dort in weißem Haar, Die rüstigste der Wäscherinnen im sechsundsiebenzigsten Jahr. So hat sie stets mit sauerm Schweiß Ihr Brot in Ehr und Zucht gegessen Und ausgefüllt mit treuem Fleiß Den Kreis, den Gott ihr zugemessen. Sie hat in ihren jungen Tagen Geliebt, gehofft und sich vermählt; …

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Das Schloss Boncourt

Ich träum‘ als Kind mich zurücke, Und schüttle mein greises Haupt; Wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder, Die lang ich vergessen geglaubt? Hoch ragt aus schatt`gen Gehegen Ein schimmerndes Schloß hervor, Ich kenne die Thürme, die Zinnen, Die steinerne Brücke das Thor. Es schauen vom Wappenschilde Die Löwen so traulich mich an, Ich grüße …

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