Andreas Gryphius

Menschliches Elende

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen / Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht dieser Zeit / Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharfem Leid / Ein bald verschmelzter Schnee / und abgebrannte Kerzen / Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen. Die vor uns abgelegt des schwachen …

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Betrachtung der Zeit

MEIN sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen; Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen; Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht, So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Abend

Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn / Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen Verlassen feld und werck / Wo Thier und Vögel waren Trawert itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan! Der port naht mehr und mehr sich / zu der glieder Kahn. Gleich wie diß …

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