der von Kürenberg

Pflichten eines Dichters

Laß dich den Pöbel nicht zur Unvernunft verführen. Dein Lied muß den Geschmack, nicht der dein Lied regieren. Sey sanftem Klange hold, doch starkem Ausdruck mehr; Nur dass das Herze fühlt, ergötze das Gehör. Schreib, dass dich die verstehn, die Witz und Dichtkunst kennen; Wer jedes Carmen liest, den laß dich dunkel nennen. Dein Scherz …

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Die veränderlichen Triebe

Nach Puppen wird das Kind sich sehnen, Der muntre Jüngling nach der Schönen, Der Ruhm erhitzt des Mannes Fleiß, Und Gold begehrt der matte Greis. Bey so veränderlichen Trieben, wer wird sein wahres Glücke lieben? Nur der, der Schönen Ruhm und Geld Für Puppen der Erwachsnen hält.

Die reisenden Deutschen

Der deutsche Edelmann, der reiche Kaufmannssohn Spielt in Paris den Grafen, den Baron, Lernt da sein Geld mit Artigkeit verzehren, Und Frankreich leckt den deutschen Bären. Bärinnen reisen nicht. Welch grausames Verbot! Doch Frankreichs Höflichkeit hilft ihnen aus der Noth. Ein Heer von seinen Heldensöhnen Geht über unsern Rhein, und leckt die deutschen Schönen.