Ziemlich moralische Geschichte mit Elefant

Es lebte eine junge Frau
in einem kleinen Ort.
Wo der ist, weiss ich nicht genau.
Wohl eher weiter fort.
An ihr konnte man einmal seh’n,
was selten nur die Jugend schafft.
Denn sie war erstens wunderschön
und zweitens tugendhaft.
Ihr junges Herz schlug für’s Getiere,
für Vogel, Pferd, Kaninchen.
Sie glaubte, auch der Mensch verführe
wie Blümlein und wie Bienchen.
Auf sie war schon seit langem scharf
ein Playboy, ein gelackter.
Der hatte erstens Sexbedarf
und zweitens kein´Charakter.
Er turtelte wie Don Juan
und wollte sie beschwatzen.
Doch fasste er sie einmal an
gab’s gleich eins auf die Pratzen.
Das hat womöglich weh getan.
Doch wurd’er nur verbissener.
Er fasste einen finst’ren Plan,
Er war ein ganz Gerissener.
Er stellte sich ganz lieb und nett
und spielte den Charmanten.
Und sagte, dass zuhaus er hätt‘
’nen rosa Elefanten.
Den wollte sie sehr gerne seh’n,
Sie glaubte dem Filou.
Man kann das nicht so recht versteh’n.
Vielleicht lag’s am I.Q.?
Als sie bei ihm zuhause waren,
da war sie sehr gespannt
auf den versproch´nen wunderbaren
hellrosa Elephant.
Er schloss die Tür mit einem Knall
und zog dann ab den Schlüssel.
Und holte aus dem Hosenstall:
Den Elefantenrüssel.
Doch damit war’s dann schon vorbei.
Weil nach nem Hodentritt
mit lautem Elefantenschrei
er rasch zu Boden glitt.
Und dadurch wurde offenbar,
dass sie ja doch nicht dämlich war.
Ihr Leute fragt mich bitte nicht
nach der Moral von der Geschicht.
Ich glaub’die hat gar keine.
Es geht hier nicht um’s Allgemeine.
Doch seid ihr damit nicht zufrieden,
dann sei euch eben dies beschieden:
Rüssel haben auch die Schweine
doch im Vergleich zum Elefanten eher kleine.

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