Ernst Moritz Arndt

Stammbuchblatt

Was ist Liebe? Eine zarte Blume, Die zerflattert, wenn die Hand sie pflückt, Eine Göttin, die im Heiligtume Nur durch Anschaun Sterbliche beglückt, Eine Biene, die mit leichtem Wallen Wenig Stunden um die Kelche summt, Eine Melodie der Nachtigallen, Die nach kurzem Lenz verstummt. Was ist Freundschaft, was ist Seelengüte, Was der Herzen süße Sympathie? …

Stammbuchblatt Weiterlesen »

Jugend und Alter

Und in meiner Jugend schalt ich : Wohin fliegst du, kühner Muth? Wohin flammst du so gewaltig, Du unstillbar wilde Gluth? Himmelstürmende Gedanken, Allertiefste Seelenpein, Zwischen Erd‘ und Himmel schwanken, Unruh, willst du ewig seyn? Sehnsucht aus der Nacht zur Helle, Aus der Helle hin zur Nacht, Nenn ich’s Himmel, nenn‘ ich’s Hölle, Was mich …

Jugend und Alter Weiterlesen »

Heimweh nach Rügen

O Land der dunkeln Haine, O Glanz der blauen See, O Eiland, das ich meine, Wie tut’s nach dir mir weh! Nach Fluchten und nach Zügen Weit übers Land und Meer, Mein trautes Ländchen Rügen, Wie mahnst du mich so sehr! O wie, mit goldnen Säumen Die Flügel rings umwebt, Mit Märchen und mit Träumen …

Heimweh nach Rügen Weiterlesen »

Lügenmärchen

Ich will euch erzählen und will auch nicht lügen: ich sah zwei gebratene Ochsen fliegen, sie flogen gar ferne – sie hatten den Rücken gen Himmel gekehrt, die Füße wohl gegen die Sterne. Ein Amboss und ein Mühlstein die schwammen bei Köln wohl über den Rhein, sie schwammen gar leise – ein Frosch verschlang alle …

Lügenmärchen Weiterlesen »

Der Dämon des Sokrates

Sokrates, der grosse Geisteskämpfer, Hatte einen Flüstrer und Erreger, Einen Weiser Leiter Halter Dämpfer Und auch Diener und Laternenträger, Wo es galt durch Finsterniß zu wanken. Diese Ohrenflüsterer Haucher Lauscher, Aller seiner Triebe und Gedanken Kluger Mitdurchsprecher Gegentauscher Galt ihm, wie uns Andern das Gewissen; Dämon schalt er ihn und all sein Wissen All sein …

Der Dämon des Sokrates Weiterlesen »

Freudenlied

Es singen die Söhne der Weisheit, die Alten: Bekränzt Euch mit Rosen, die frühe verblühn! Ihr werdet dem hinkenden Alter, den Falten, Dem Nachen des Charon doch nimmer entfliehn! O, pflücket die Blüthen der flüchtigen Stunden, O, pflücket sie eilig zum duftigen Kranz! Und schwingt euch, von zärtlichen Armen umwunden, Von funkelnden Augen beleuchtet, im …

Freudenlied Weiterlesen »