Gustav Falke

Zwei

Drüben du, mir deine weiße Rose übers Wasser zeigend, Hüben ich, dir meine dunkle Sehnsüchtig entgegen neigend. In dem breiten Strome, der uns Scheidet, zittern unsre blassen Schatten, die vergebens suchen, Sich zu finden, sich zu fassen. Und so stehn wir, unser Stammeln Stirbt im Wind, im Wellenrauschen, Und wir können nichts als unsre Stummen …

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Zwei mal zwei

Mit großen Gebärden und großen Worten Treibens viele Leute allerorten. Haben eine absonderliche Manier, Zu sagen: zweimal zwei ist vier. Orakeln im mystischen Tempelbass: Liebe Brüder, wenn’s regnet, wird’s nass! Je weniger sie zu sagen haben, Je toller gebärden sich die Knaben. Doch wie sie sich geben und wie sie beharren, Man merkt gleich, es …

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Winter

Ein weißes Feld, ein stilles Feld. Aus veilchenblauer Wolkenwand hob hinten, fern am Horizont, sich sacht des Mondes roter Rand. Und hob sich ganz heraus und stand bald eine runde Scheibe da, In düstrer Glut. Und durch das Feld klang einer Krähe heisres Krah. Gespenstisch durch die Winternacht der große dunkle Vogel glitt, und unten …

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Konfirmation

Warst eben aus der Kirche gekommen, Das junge Herz noch heilig beklommen, Aber doch wieder weltlich so weit, Daß du mir zur linken Seit Brav Brötchen schmaustest am Frühstückstisch, Und nach dem Brötchen frech und frisch Das größte Stück nahmst von der Torte. Zur Rechten mir sprach würdige Worte Der Großpapa. Ihm hatte vor allen …

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Die Kinder schlummern

Die Kinder schlummern in den Kissen, Weich, weichen Atems, nebenan, Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen Nicht was mit diesem Tag verrann. Wir aber fühlen jede Stunde, Die uns mit leisem Flügel streift Und wissen, daß im Dämmergrunde Der Zeit uns schon die letzte reift. Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln. So träumt sich’s gut. …

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