Hermann Löns

Voll Seufzen und Sehnsucht

Die silbernen Espenkätzchen Zittern im Abendwind, Ein bläuliches Gedämmer Die Blöße überspinnt. Des Mondes goldene Sichel Hinter den Eichen steht, Ein heimliches Geflüster Durch die Büsche geht. Über die Tannenkronen Lautlos die Eule zieht, Hinten, ganz hinten im Walde Ruft sie ein Liebeslied. Durch das Schweigen des Waldes Zog es dich zu mir, Ein Lied …

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Verbotene Liebe

Weißt du wohl, als wie wir sind, Wie das Kornfeld und der Wind, Wie der Sturm und das wilde Meer, Das da wallet hin und her; Aug‘ zu Auge zärtlich spricht, Aber uns lieben, das dürfen wir nicht. Wenn die Sonne geht zur Ruh, Denk ich dein und mein denkst du, Und bei Mond und …

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Schatten

Krauser Birkenzweige Schatten Tanzen auf dem weißen Sand. Meine Augen sind voll Sehnsucht Auf die Schatten hingebannt. Deiner Locken Schatten denk ich, Die auf deiner Stirne sind, Die bei meinen Seufzern tanzen, Wie die Zweige in dem Wind.

Ein welkes Blatt

Warm sind die leisen Lüfte, Die Zweige sind blütenschwer, Unstet treibt auf dem Rasen Ein welkes Blatt einher. Aus den blühenden Veilchen Stößt es der Wind in den Sand, So war einst meine Seele Eh sie die deinige fand.

Abschied

Das alte Lied, das alte Leiden, Das jeden Menschen einst betrübt: Ade, ade, jetzt muß ich scheiden Von dir, die ich so sehr geliebt. Wer kann es sagen, kann es wissen, Ob er die Lieben wiedersieht; Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen, Das alte Leid, das alte Lied. Nun reich‘ mir deine beiden Hände, Den …

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