Johann Grob

Über des Lysanders Grab

Solte Clotho ihrer schaar in dem grabe noch vergönnen/ Was sie bei der lebensfrist niemals habe meiden können/ Ach so trünke mein Lysander in dem grabe noch tabak/ und sein weisser leichenmarmel würde wie ein kohlensak.

Von einem Werber

Wer ist doch jener dort / der in dem scharlachroke Mit seinem federbusch / und silberreichen stoke So prächtig einher trit / als wären seiner drei? Jch höre / daß er nur ein ochsenhändler sei. Sol diese bursche dan auch federbusche tragen? Ja freilich solche wol / die nach den ochsen fragen / die nur …

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Der Weltreihen

Was ist unser tuhn auff Erden? An die Welt geboren werden: Sprach- und ganglos in der wiegen Sonder eigne hülffe liegen: Kriechen/lauffen/stehen/sizen/ Hungern/dürsten/frieren/schwizen: Eitle müh und arbeit tragen: Sich mit vielen Sorgen plagen: Stets in todsgefahren schweben: und zu letst den geist aufgeben: Wiedrum staub‘ und asche werden/ Das ist unser thun auff Erden.

An einen Deutschen Dichtgesetzgeber

Du lehrest / wie man sol kunstrechte reimen schreiben/ Und wilt den dichtergeist in enge Schranken treiben: Allein ich gebe nicht sobald die Freiheit hin/ weil ich von muht `und blut `ein freier Schweizer bin.

Halber Adel

Bei den Alten hieß es vor manche Rittertat begehen / Dan so mocht ein schlechter mann bei dem starken adel stehn; Diß ist nun in abgang kommen: wer erschröklich fluchen kann / Jst zu diesen lasterzeiten schon ein halber Edelmann.