Max Dauthenday

In der Fremde

Möchte heute ohne Ende Schluchzen in die beiden Hände. Bin so müde von den Leiden, Möchte mich in Frohheit kleiden. Doch das Warten dieses Weh, Liegt mir in dem Blut wie Schnee. Warte nur viel Mondenlängen, Horche nach den Friedensklängen. Aber neue Schlachten wüten, Blut fällt auf des Sommers Blüten, Elend flieht sich neue Ruten. …

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Gesänge der Düfte

Geruch der Walderde       Unter schwarzen röchelnden Algen, Scharfen Harzen, rothen Blättern Stumm eine qualmende Quelle. In lallender Welle sengender Wein. Nelken, entzündet, scharlachwild, Müdes Glimmen schwüler Amethysten. Kühler Narzissen weiße Stimmen Singen und Lachen im Welken. Nächte fliehen auf eisigen Schwingen, Heiß schleichen der Wein und die Nelken. Morgenduft       Schwergebogen nasse Zweige, Trübe Aprikosenblüten. Unter …

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Ein altes Herbstblatt…

Ein altes Herbstblatt fliegt im Acker auf, Es raschelt laut, als ob es Leben hat, Als will es wieder zu dem Baum hinauf. Hell gleißt ein Schmetterling her übern Fluß, Ist wie ein auferstandener Frühlingsgeist, Der Blumenseelen schnell beschwören muß. Bei meinem Fuß geht scheu mein Schatten mit, Der ist mir wie die Sehnsucht treu; …

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Des hab‘ ich mich noch nie

Des hab ich mich noch nie bedankt, Daß deine Hände nach mir langen Und deine Lippen mich empfangen, Daß in den Hügeln deiner Brüste Ich mir fürs Leben Sehnsucht küßte, Und gern mein Herz nach deinem krankt. Des sei die Stund, die dich vollbracht, Die dich zur Liebeslust erdacht, Von jeder neuen Stund bedankt.

Amselsang

Fliehende Kühle von jungen Syringen, Dämmernde Grotten cyanenblau, Wasser in klingenden Bogen, Wogen, Auf phosphornen Schwingen, Sehnende Wogen. Purpurne Inseln in schlummernden Fernen. Silberne Zweige auf mondgrüner Au. Goldene Lianen auf zu den Sternen, Von zitternden Welten Sinkt Feuertau.