Michael Lermontow

Wir trennten uns. Dein Bild blieb klar

Wir trennten uns. Dein Bild blieb klar Und unversehrt in mir zurück. Umglänzt von dem, was einmal war, Erhellt es mir das Herz und Glück. Viel reißt der Leidenschaften Strom Dahin. Dein Bild hat er verschont. Der Dom, verlassen, ist noch Dom, Der Gott noch Gott, wenn auch entthront.

O, Worte, an Inhalt

O, Worte, an Inhalt Kaum klar, ja oft kläglich, Wo immer ihr hinfallt, Erregt ihr unsäglich. Wie fühlt man drin schweben Den Rausch des Verlangens! Des Wiedersehns Beben, Die Tränen des Bangens. Nie klingen zusammen An irdischen Orte Aus Lichtern und Flammen Geborene Worte; Im Dom doch, im Feld doch, Wo immer er käme, Der …

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Silhouette

Ich nahm dein Schattenbild mir vor, Ich liebe seinen Trauerflor; Es hängt an meiner Brust als Zier So dunkel wie das Herz in ihr. Die Augen leblos, ohne Schein, Doch dafür sind sie ewig mein; Ich liebe es, und ist es nur Dein Schatten, meiner Liebe Spur.

Becher des Lebens

Wir heben ihn mit blinder Hand Zum Mund, wir trinken, wähnen, Von Wein sei feucht der goldene Rand – Er ist benetzt mit Tränen. Erst wenn der Tod den Schleier löst Auf seiner stummen Runde; Dann zeigt der Becher sich entblößt, Der Blick dringt bis zum Grunde. Wir sehn, daß im Gefäß nur Raum, Nur …

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