Unbekannt

Vögel, die nicht singen

Vögel, die nicht singen, Glocken, die nicht klingen, Pferde, die nicht springen, Pistolen, die nicht krachen, Kinder, die nicht lachen, Was sind das für Sachen?

Mit sechsundsechzig Jahren

An siebzig Jahren fehlen mir noch vier. Lohnt sichs, von diesem Leben noch zu sprechen? Die Trauer sucht mich heim bei fremden Tod, Und wiederum frohlocke ich: Noch atme ich hier. Wie kann man schwarz das Haupthaar sich bewahren? Was ist zu tun, daß nicht das Aug sich trübt? Von den Gefährten blieben Seelentafeln, Indessen …

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Märchen du aus unseren Tagen

Märchen du aus unseren Tagen, Märchen du aus Niemandsland! Mag es auch nur Disteln schlagen, – wenn wir wollen, muß er tragen,- mag es auch nur Disteln schlagen, Blume doch in Wüstensand! * Distel, Einzige von allen die die Fremde uns beschied. Sterne träumen wir kristallen, Blumen, die wie Sterne fallen auf die Erde, wo …

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Ick sitze hier und esse Klops

Ick sitze hier und esse Klops, Uff eenmal kloppt’s Ick kieke, staune, wundre mir, Uff eenmal jeht se uff, die Tier, Nanu, denk ick, ick denk, nanu, Jetzt isse uff, erscht war se zu. Ick jehe raus und blicke, Und wer steht draußen? – Icke!

Ich armes Käuzlein kleine

Ich armes Käuzlein kleine, Wo soll ich fliegen aus Bei der Nacht so gar alleine? Bringt mir gar manchen Graus. Der Ast ist mir entwichen, Darauf ich ruhen soll, Die Läublein sein all verblichen, Mein Herz ist Trauerns voll. Muß ich mich von dir scheiden, Herzlieb, ganz traurig bin, Es g’schah mir nie so leide. …

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Guten Abend, gute Nacht

Guten Abend, gute Nacht, Mit Rosen bedacht, Mit Näglein besteckt Schlupf unter die Deck: Morgen früh, wenns Gott will, Wirst du wieder geweckt.

Brausend schweiget die Natur

Finster war’s, der Mond schien helle, Brausend schweiget die Natur, Als ein Auto blitzesschnelle langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute Schweigend ins Gespräch vertieft, Als ein totgeschossner Hase Auf der Sandbank Schlittschuh lief. Und auf einer grünen Banke, Die rot angestrichen war, Saß ein blondgelockter Jüngling Mit kohlrabenschwarzem Haar; Neben ihm ’ne …

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Finster war’s, der Mond schien helle

Finster war’s, der Mond schien helle Auf die grünbeschneite Flur, Als ein Wagen blitzeschnelle Langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute Schweigend in ein Gespräch vertieft, Als ein totgeschossner Hase Auf dem Wasser Schlittschuh lief Und ein blondgelockter Knabe Mit kohlrabenschwarzen Haar Auf die grüne Bank sich setzte, Die gelb angestrichen war.

Morgens früh um sechs kommt die kleine Hex; morgens früh um sieben schält sie gelbe Rüben; morgens früh um acht wird der Kaffee gemacht; morgens früh um neune geht sie in die Scheune; morgens früh um zehne holt sie Holz und Späne; feuert an um elfe, kocht sie bis um zwölfe Fröschebein und Krebs und …

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In einem kleinen Apfel, da sieht es niedlich aus; es sind darin fünf Stübchen, grad wie in einem Haus. In jedem Stübchen wohnen zwei Kernchen, braun und klein; die liegen drin und träumen vom lieben Sonnenschein. Sie träumen auch noch weiter gar einen schönen Traum, wie sie einst werden hängen am lieben Weihnachtsbaum.

Ich atme den süßen Atem,  der deinem Munde entströmt.  Ich gewahre deine Schönheit an jedem Tag.  Es ist mein Verlangen,  daß ich mit jugendlichem Leben  von neuem erfüllt werde  durch deine Liebe.  Gib mir deine Hände, die deine Seele halten,  daß ich sie empfange und durch sie leben möge.  Berufe dich auf meinen Namen bis …

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Dreifaltigkeitslied

In dem begin, hoch über sin was ie das wort. o richer hort, do ie begin begin gebar. O vater brust, uz der mit lust daz wort ie floz: doch hat diu schoz daz wort behalten, daz ist war.

Der Uhu

Der Uhu sieht gar ernsthaft aus, Als hätt‘ er hoch studiert; Geht nicht aus seiner Höhl‘ heraus, Bis ’s Nacht und finster wird. Die Dunkelheit ist ihm ganz hell, Doch sieht er nichts bei Tag; Drum ist er auch ein solcher G’sell; Den gar kein Vogel mag.

Des Abends, wenn ich früh aufsteh, Des Morgens, wenn ich zu Bette geh, Dann krähen die Hühner, dann gackelt der Hahn, Dann fängt das Korn an zu dreschen an. Die Magd die steckt den Ofen ins Feuer, Die Frau die schlägt drei Suppen in die Eier, Der Knecht der kehrt mit der Stube den Besen, …

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An den Gekreuzigten

Wer flößt mir, Herr, zu dir, die Liebe ein? Nicht Hoffnung, auf verheißne Seligkeit. Was hindert mich zu tun, was dir zu Leid Sein könnte? Nicht die Angst vor Höllenpein. Du selbst, mein Gott, ergreifst mich, du allein. Weil man dich kreuzigt, geißelt und bespeit, Und deine Wunden und die Niedrigkeit Und deinen Tod ich …

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Altwiener Speisekarte 1805

Ein‘ Suppen mit Fleckerl steht hier angeschrieben, Ein Rindfleisch mit Semmelkren und roten Rüben, Ein Kraut mit Pofesen, ein Eing’machts mit Krebsen, Gebrat’ne Tauben, ein Ragout von Schöpsen, Kapäuneln und Hendeln, gebratene Vögel, Ein Antel, ein Gansei, ein kälbernes Schlägl, Ein guts Karbonadel, Ein gefülltes Rostbratel, Ein g’stopft’s Indianerl, Ein schönes Fasanerl, Gebrat’ne Karpfen, gesott’ne …

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Ade zur guten Nacht!

Ade zur guten Nacht! Jetzt wird der Schluß gemacht, daß ich muß scheiden. Im Sommer wächst der Klee, im Winter schneit’s den Schnee, da komm ich wieder. Es trauern Berg und Tal, wo ich vieltausendmal bin drüber gangen; das hat deine Schönheit gemacht, hat mich zum Lieben gebracht mit großem Verlangen. Das Brünnlein rinnt und …

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