Valeri Brjussow

Zufälligkeiten

Gern glaub ich den Zufälligkeiten, Das Flüchtigste wird mir bewußt. Süß ists, an den Grenzen zu schreiten, Zu tauschen Entsagung mit Lust. Vergänglichem wahllos ergeben, Wird frei der Gedanke und weit; Ein Leben vernichtet das Leben… Ein Schatten – die Wirklichkeit. Nicht wünsch ich, als Herrscher zu thronen Des Schicksals – bestimmt ist sein Lauf. …

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Sonett an die Form

Fäden, so zart, doch machtvoll ausgesendet Vom Blütenduft zu einer Blüte Rand, So wie der sonst unsichtbare Brillant, Von eines Ringes Rund umspannt, uns blendet. Der Phantasie Gestalten: hergewendet und dann – gleich eilen Wolken – fortgesandt, Leben Jahrhunderte, in Stein gebannt, In einen Satz, geschliffen und vollendet. Und ich, ich wünsch, daß alle meine …

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Dämonen

Es gibt Dämonen des Staubes Wie Dämonen des Lichts und des Schnees. Es gibt Dämonen des Staubes. Ihr Kleid, das purpurn ich seh, Im Feuer verbrennt. Mit Grau behängt Entschwinden sie, lächelnd-spöttischen Zaubers. Die Dämonen des Staubes, Wie Tiere sind sie auf Schränke verkrochen, Mit geschlossenem Auge. Doch kaum stehn die Türen offen, Erbeben sie …

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Я

Мой дух не изнемог во мгле противоречий, Не обессилел ум в сцепленьях роковых. Я все мечты люблю, мне дороги все речи, И всем богам я посвящаю стих. Я возносил мольбы Астарте и Гекате, Как жрец, стотельчих жертв сам проливал я кровь, И после подходил к подножиям распятий И славил сильную, как смерть, любовь. Я посещал …

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Ich

Mein Geist hat nicht sich erschöpft im Nebel der Widersprüche, Nicht schwach ist geworden mein Denken in fataler Verstrickungen Schmerz. Ich liebe die Träumereien, und wert sind mir die Gespräche, Und allen den Göttern weih ich meinen tönenden Vers. Ich erhob meine flehende Bitte zu Hekate und Astarte Als Priester, und Blut vergoß ich von …

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Einer Zufälligen

Im verlebten Aug, dem starren Lächeln such ich oft die Züge, Derer, die – kein Maß galt – liebten Bis zum Irrwahn, bis zur Lüge, Les in falschen Zärtlichkeiten, Müdender Bewegung Bahnen Wie in eines Traumbuchs Seiten Von der Sehnsucht, der vertanen. Hinter Gleichmut, Ödnis, Leere Spür ich fern der Lüge Mauern Noch der Wollustnächte …

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Dämmerung

Von schwankenden Halmen gleiten Die Lichter der Monde aufs Land; Die Masten tönen, die Saiten, Gespielt von nicht sichtbarer Hand; Bernsteinerne Zifferblätter Hoch droben die Flamme erhellt, Auf dürsternde Fliesen, auf Steige, Die Stille begütigend fällt. Im Netz, im schwanken, im schweren, So still ward das neblige Grün, Und lächelnd küßt die Hetären Der Abend …

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