Wilhelm Müller

Die doppelte Wohnung der Liebe

Zwei Häuser hat die Liebe für des Geliebten Bild: Erst wohnet es im Auge, bis dieses überschwillt. Vom Thränenstrom der Schmerzen und zwingt zur Flucht den Gast; Dann steigt in’s Herz er nieder und findet sichre Rast.

Dezember

Mit Peitschenknall und lautem Schellenklange Meld‘ ich mich dir, und schüttle weiße Flocken Durch alle Straßen hin aus meinen Locken: Dich, hoff‘ ich, macht das Ungethüm nicht bange. Es schnaubt der Renner an des Schlittens Stange, Das blanke Halsband schütteln deine Doggen; Die Dame hüllt in warme Flaumensocken Den zarten Fuß, und denkt: Er bleibt …

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Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore, Da steht ein Lindenbaum: Ich träumt in seinem Schatten So manchen süßen Traum. Ich schnitt in seine Rinde So manches liebe Wort; Es zog in Freud und Leide Zu ihm mich immer fort. Ich mußt auch heute wandern Vorbei in tiefer Nacht, Da hab ich noch im Dunkel Die Augen …

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