Morgen aus Kristall

Silbernes Licht erfüllt die Luft,
klar wie Glas,
kalt und rein.
Und der Moment verharrt in ehrfürchtiger Erwartung.

Wie gebündelte Schwerter,
überzogen von feinem Kristall,
stehen Heere von Halmen am Boden,
die Klingen nach oben gerichtet.

Da!
Die ersten Strahlen der Morgensonne überspringen den Berg.
Überfluten die Welt
mit einem Fächer aus Licht.
Eine Orgel erfüllt mit mächtigen Klängen die Luft,
um Herrlichkeit zu verkünden.

Mein kleiner Garten wird zum heiligen Ort,
denn der Himmel öffnet sich.

Und die Strahlen der Sonne
liebkosen das silberne Gras,
zaubern hervor tausende, funkelnde Juwelen.

Mein Blick wird gefangen,
versenkt sich im magischen Licht
und wandert nach innen.

Und die Zeit dehnt sich aus.

Dort, im entschwindenden Schatten,
am Rande der Sonne,
gleitet sie hinweg.
Still, schwebend,
mit aufrechtem Gang:
die Morgendämmerung.

Geschmückte Braut mit silberner Schleppe.
Wo sie die Erde berührt erscheinen Perlen aus Licht,
wertvoller Schmuck, unvergleichlich kostbar.

Ich blicke ihr nach und seh` sie entschwinden,
noch liegt ihr Hauch in der Luft.
Frische und Klarheit, Kindheit und Lachen.
Lautlos gleitet sie schwebend davon,
ein Lächeln im leuchtenden Blick.

Und sanft durchquert sie auf immer die Welt,
dort, wo die Nacht und der Tag sich begegnen.

Sie folgt dem Ruf des jungen Morgens.
Wartend steht er,
mit offenen Armen
am Ende ihres Weges
im Westen.

Und in der Gewissheit,
dass nur Staub von uns bleibt,
liegt in jedem Moment
ein Hauch von Ewigkeit.

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