Kommunist

Man kann hier alles werden, vom Lehrer bis zum Kapitalist, doch wehe dem, der offen sagt: „Ich bin Kommunist.“ Die Vorurteile häufen sich, man meidet dich, man stellt dich kalt, die Meinungen über dich werden schlecht, die Chancen verlieren ihr Recht. Du trägst ein Label, schwer und groß, auf bundesdeutschen Erden bloß. Als Kommunist zogst […]

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Ein Stück Himmel

Was nützt ein Tag, der nur vergeht? Die Seele braucht mehr als Brot und Salz. Sie braucht Glut unter der Asche, Himmel ohne Riegel, und eine blaue Blume, die niemandem gehört, doch jeder erkennt, der einmal nach mehr gesucht hat.

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Maiengipfelzeit

Der Frühling gipfelt in der Maienzeit, es blüht und singt auf Flur und Feldern weit; durch junge Zweige zieht der milde Wind, als wollte er verkünden, dass wir leben sind. Die Lerchen steigen hoch ins helle Blau, auf Wiesengrund glänzt still der Morgentau; und über Seen in lichtem Frühlingsschein kehrt sanfte Ruhe in die Herzen

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Morgentau im Mai.

Wenn über junge Halme silbern ruht des Morgentaus noch unberührtes Schweigen, erfüllt mit frischem Leben neuen Mut der Mai die Welt in lichtdurchwirkten Zweigen. Im blauen Himmel hebt die Lerche sacht ihr Lied empor aus sonnenhellen Gründen; und durch den Hain, vom milden Wind bewacht, beginnen Duft und junges Grün zu künden. Des frühen Tages

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Lichttage

Der Geier singt ein Lied. Der Löwe fliegt zur Post. Der Bär kauft ein Klavier. Und die Sonne scheint. Und die Welt spielt. Und jeder Traum findet Gold. Der Dieb fährt ans Meer. Der König steht am Weg. Der Pilot liebt den Wald. Und die Rose tanzt. Und der Baum lacht. Und jeder Berg spielt

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Digitales Erbe

Was bleibt von den Zeilen im weiten Geflecht, wenn die Hand, die sie schrieb, nicht mehr lenkt? War’s nur ein flüchtiger Blick, der vergeht, ungerecht oder das Wort, das ein Herz noch beschenkt? Die Schränke geleert und die Räume geklärt, das Greifbare fügt sich ins Leben hinein. Was ist das Schweigen der Server noch wert

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Ein sensibler Mensch

Ein Mensch, sensibel und zart besaitet, selten mit seinen Mitmenschen streitet, hält grundsätzlich an Recht und Ordnung fest, anderen häufig mal den Vortritt lässt. Er weder nach unten tritt noch arg drängt, keine Mitstreiter rücksichtslos abhängt. Vergreift sich nicht wütend in Wort und Ton, ist so die Anständigkeit in Person. Da dieser Mensch niemanden „weh

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Verschenkte Zeit

Manche Menschen zwar ihr Leben lieben, dennoch kostbare Zeit verschwenden. Häufig Wichtiges vor sich herschieben, nutzlose Zeit zu spät beenden. Ihre knappe Zeit sie stets beklagen, in der meist einiges liegen bleibt und dies alles ohne sich zu plagen, man kurzerhand irgendwann abschreibt. Doch wenn jeder Mensch mal ehrlich nachdenkt, mit ziemlicher Sicherheit feststellt, dass

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Das schwere Tuch

Ein fremdes Wort, ein dunkler Fluch, aus Grauen grob geknüpftes Tuch. Kein Stoff, den man sich wählen darf, er zeichnet Schatten, kantig-scharf. Die Blicke schlagen Narben tief, wo mancher Ruf nach Antwort rief. Kein Wind, der diese Last zerfrisst, solang die Angst ein Anker ist.

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Ich lebe

Der Berg singt ein Lied. Der Wald sitzt im Cafe. Die Insel tanzt im Park. Der Mond liegt am Fluss. Ich trinke Tee. Bin die Welt. Singe. Tanze. Rede Spiele. Und der Tag lacht. Und die Welt fliegt. Und die Zeit lebt. Ich reise! Der Spieler denkt nur Siege. Das Herz spielt als König. Der

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Als es noch da war

Man denkt immer, Glück müsse sich groß anfühlen. Aber es hat nichts Feierliches: Kein Licht, das plötzlich auf alles fällt. Keine Stimme, die sagt: Das ist der Augenblick, an den du später zurückdenken wirst. Meistens kommt es unscheinbar. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als Alltag, als Tage, die keinen Beweis brauchen, als jemand, der noch da

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Wenn der Kompass schweigt

Es tanzt der Schatten auf dem Riff, ein kalter Hauch am Mastkorb weht. Es wankt das dunkle Geisterschiff, das am eignen Stolz vergeht. Der Kompass dreht im leeren Kreis, kein Sternbild weist den sichern Pfad. Wir zahlen blind den hohen Preis für jedes Wort und jede Tat. Die Segel splittern, gefrorenes Glas, der Wind singt

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Augenblicke

Die Enkelin läuft auf mich zu und jubelt, der Besucher ist endlich da. Nach der Reparatur läuft mein Fahrrad erneut wieder glatt und rund. Ein lange gesuchtes, schon verloren geglaubtes Buch stiehlt sich unversehens in meine Hand. Im kleinen Teich gluckert das Wasser das Becken füllt sich, wir sind nicht allein. Eine gute Nachricht von

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Lenz und Laut

Flatulentia – der Lenz kehrt ein, und selbst der Ernst wird nicht mehr rein. Was festgefügt im Winter stand, verliert sich schnell durch leichte Hand. Ein Laut genügt, nicht groß, nicht klug, doch bringt er Ordnung aus dem Zug. Was eben noch als Pflicht erschien, muss nun dem Lachen unterziehn. So zeigt der Lenz in

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Frühjahrston

Flatulentia – der Lenz ist da, er drängt durch jede feste Form; was eben noch ganz streng geschah, verliert sich leise ohne Norm. Ein Laut, so schlicht, doch voller Kraft, zerreißt die Ordnung, unbestellt; und was zuvor noch Ernst erschafft, wird plötzlich Spiel in dieser Welt. Man sieht sich an, erst stumm, dann frei, das

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Flatulentia vernalis

Flatulentia – der Lenz ist wieder da, er sprengt den Ernst wie Knospen alte Rinde; was festgefügt schien, lockert sich im Winde, und selbst das Strenge beugt sich plötzlich: ja. Ein leiser Ton, so schlicht, so sonderbar, durchzieht den Raum wie erste Frühlingswinde; er wirkt, wo keine große Rede binde, und macht aus Pflichtgemeinschaft Menschen

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Trampen

Mein Auto streikt, der Motor ist tot, ich steh am Straßenrand, in großer Not. Ich wollt nur fort, ein kleines Stück, doch bleib ich hier – mir fehlt das Glück. Seit Stunden halt ich mich bereit, doch keiner schenkt mir Aufmerksamkeit. Die Wagen rauschen einfach fort, für mich gibt’s keinen Zufluchtsort. Der Regen nässt mich

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Das Leben läuft weiter

Ich kam zur Firma mit Hoffnungen groß, voller Mut – doch der Weg, er verlief recht famos. Bald stürzte ich mitten ins Spiel hinein, die Methoden dort – sie waren gemein. Ich denk noch oft an manches Gespräch, an Versprechen, an Lächeln – doch vieles war schräg. Man merkt sehr schnell, was wirklich zählt: Loyalität

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Sonett an den Mai

Wenn Maienlicht die stillen Felder weckt, und Morgentau auf jungen Wiesen ruht, wird neu, was lang im Winter war verdeckt, und leises Grün durchströmt die Welt mit Mut. Der Wind bewegt die Äste sacht im Hain, die Lerche hebt sich singend in das Blau; es scheint, als kehre alles Licht nun heim im milden Glanz

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