Ich hab` die Wahl

Ich habe die Wahl, ich kann… Ich kann die Welt dort draußen tanzen sehen –und hinter meinem Fenster stehen Sie lachen hören –heimlich das Fenster öffnen und mich an ihrem Gesang betören Ich kann die Welt dort draußen lieben sehen –und breche nicht aus, in traurige Tränen Sie weinen sehen –und bleibe reglos hinter meinem […]

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Es tropft

Regen auf allen Stegen, ein Schauer von kurzer Dauer, Segensgrüße, und das in der Wüste, kleine Klänge an den Orgelpfeifen ohne jegliche Strenge, wir wollen nicht keifen, jeder Tropfen eine Silbe eine Tilde, wie der Hopfen für das gute Bier, wir sind ja alle hier, lasst uns ein wenig klopfen, das Geheimnis hervorlocken, wir werden

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Das Lied im Schweigen

In engen Straßen wohnt das Schweigen leise, zieht wie ein Schleier durch die dunklen Hallen. Die Stumme wandert auf verborgner Reise, wo ihre Schritte lautlos niederfallen. Sie ist das Licht, das nachts die Fenster weckt, ein Ton, der sacht durch jede Ritze dringt. Doch wenn der Tag sie in die Kälte streckt, verstummt das Lied,

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Man wird doch noch

Man wird doch noch lachen dürfen, sagen sie und machen aus ihrem Körper eine Pointe, aus ihrem Namen eine Mutprobe, aus ihrer Angst eine Übertreibung. Sie lacht kurz mit. Dieser Reflex, sich selbst zu verlassen, bevor es die anderen tun. Später im Bad hält sie sich am Waschbecken fest. Im Spiegel das mühsam gerettete Gesicht.

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Nach Feierabend

Wenn die Stadt ihre Reste abstellt, beginnt ihr Weg. Sie geht langsam, als müsse sie jeden Schritt aus einem zu kleinen Vorrat nehmen. Ihre Hände verschwinden in den dunklen Mündern der Straßen, kommen wieder zum Vorschein mit etwas, das leise gegeneinanderschlägt. Sie ordnet das Gefundene behutsam in ihren Wagen, als wären es keine Überbleibsel, sondern

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Im Nebel stochern

Das Leben ist meistens sehr kompliziert, deshalb man es nicht immer meistern wird. Kämpft oft gegen unfaire Attacken, hat so manche harte Nuss zu knacken. Ist fleißig und sogar intelligent, dennoch nicht alles aus dem Effeff kennt. Stochert daher blind im Nebel herum und erreicht höchstens mal das Minimum. Kein Wunder, wem schließlich der Durchblick

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Vieraugengespräch

Weil jeder seine eigene Meinung hat, findet ein Gespräch unter vier Augen statt. Man will die Schwierigkeiten überwinden und einen gemeinsamen Nenner finden. Jeder redet nun auf den anderen ein, will mit seiner Ansicht der Klügere sein. Hält hieran dann ohne wenn und aber fest, sich auch keinen Deut hiervon abbringen lässt. Erst wenn einer

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Zu lösende Probleme

Zeit hast du im Leben häufig nicht, doch du solltest sie dir nehmen. Lege deshalb auf Dinge Gewicht, mit zu lösenden Problemen. Fass diese Probleme mutig an und lass dich nicht unterkriegen. Sei dabei kein herrschender Tyrann, lass dich dennoch nicht verbiegen. Diese Aktion viel Zeit verschlingt, die Lösung auf sich warten lässt. Auch manche

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Ballast

Über den Feldern öffnet ein Ballon seinen farbigen Bauch. Aus dem Korb fallen Sandsäcke, Wasser, ein Mantel. Die Häuser schrumpfen auf Briefmarkengröße. Ein Fluss passt plötzlich zwischen zwei Finger. Höher. Die Karte folgt, ein Schlüsselbund, ein Foto mit vier Gesichtern. Es fällt mit den Gesichtern nach oben. Über den Wolken nur noch der Brenner und

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Wasser in der Sahara

Wie auch immer wir in Städte kommen – mit unterschiedlicher Stimmung, in verschiedenen Jahren, in unterschiedlichen Lebensphasen – manche von ihnen bleiben für uns genau gleich. Die Orte, die uns einmal berührt haben, gefallen uns weiterhin. Und diejenigen, die uns mit nichts Besonderem erreicht haben, bleiben einfach nur eine Veränderung der Landschaft vor unseren Augen.

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Tropfen auf heißer Platte

Gehen heißt Tragen, Liegen auf kalten Stein, und die Tropfen, die aus den Augen fallen, landen auf einer heißen Platte. Nur, wenn man leere Patronen in eine weißes Feld schießt, entbergen die Schatten ihr wahres Gesicht. Der Wind, der sich aus den Segeln nimmt, ist eine Geschwister der Stürme au vergangener Zeit. Rauch eine letzte

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Schattenlicht

Du gehst durch die Ränder der Nacht, wo dein Atem einst schwer war und jeder Schritt tiefer führte. Doch ein stilles Leuchten dringt durch die Risse der Dunkelheit und öffnet den Morgen. Die alten Stimmen – Rauch, Rausch, Versprechen – flackern nur noch wie vergessene Neonreklamen. Sie wollten dich halten, doch ließen dir nichts als

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Pflege

Hinter dem Haus verwildert der Garten. Brennnesseln vernähen den Weg. Gras wächst über die Beete. Nur um den Rosenstock liegt die Erde frei. Ein Pfahl. Eine Schnur. Eine volle Gießkanne. Jeden Morgen kehren dieselben Hände zurück. Sie schneiden totes Holz, binden neue Triebe an, drücken Dünger in die Erde. Ein Dorn dringt in den Daumen.

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Herzwand/ teilweise atemlos

Jetzt, wo dein du mich triffst, jetzt wo deine Haut neben mir liegt, ein Pergament mit meinem Herzblut beschrieben, jetzt gehe ich unsere Wege zurück, die wir einsam gegangen sind. Tropfenweise reihe ich unsere Tränen wie Perlen auf die Kette. In meinem Gedächtnis bleiben die Buchstaben deines Namens haften, wie Klettverschlüsse, die man nicht mehr

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Außer Gebrauch

Die Münder offen. Die Augen geschlossen. Vier Hände unfähig, ein Glas zu halten. Unter dem Tisch zittern die Knie. Darüber scheitert jeder Satz an seiner ersten Silbe. Zwei Körper, über die Tischkante gefaltet. Für einige Minuten sind zwei Erwachsene zu nichts zu gebrauchen. Zum Glück.

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Wasser in der Sahara

Wie auch immer wir in Städte kommen – mit unterschiedlicher Stimmung, in verschiedenen Jahren, in unterschiedlichen Lebensphasen – manche von ihnen bleiben für uns genau gleich. Die Orte, die uns einmal berührt haben, gefallen uns weiterhin. Und diejenigen, die uns mit nichts Besonderem erreicht haben, bleiben einfach nur eine Veränderung der Landschaft vor unseren Augen.

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Otter Fluss

Der Strom der Zeit bahnt sich seine Wege, gemächlich still. Ich gleite dahin, zusammen mit dir jenseits der letzten Biegung. Schlieren halten dagegen, im Ufergebüsch, und drüben, im Spiegel der Bäume auf dem ruhigen Wasser, da grüßt die Welt, und ich grüße zurück. Unablässig weit sind meine Wege von den Quellen bis zur fernen Mündung,

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Parkdeck vier

Zwischen zwei Pfeilern rollt er den Schlafsack aus. Der Beton behält die Kälte auch im Sommer. Alle paar Minuten wandert Licht über sein Gesicht. Ein Wagen kommt. Ein Wagen fährt. Türen schlagen zu, Motoren tragen Menschen fort. Er zieht die Knie bis an die Brust und legt die Hände dazwischen. Gegen Morgen springt irgendwo eine

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Des Sommers Krone

Der August zieht ins Land herein, des reifen Sommers Krone; auf Korn und Obst fällt goldner Schein der hohen, warmen Sonne. Die Ähren neigen schwer ihr Haupt, der Wind durchstreicht die Weiten; schwarz glänzt die Frucht im Brombeerlaub und kündet späte Zeiten. Der Mäusebussard kreist im Blau hoch über reifen Feldern; am Morgen liegt der

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