Die Eine und die Andere

Die Eine steht im Nebellicht
und sieht sich alles an.
Die Andre läuft den Menschen nach
und flieht so gut sie kann.

Sie rennt und rennt im Hamsterrad,
dem Glück stets hinterher.
Die Eine raunt:“Geh`meinen Weg!
Ich weiß, er ist sehr schwer!“

Die Andre macht die Ohren zu-
und läuft vor Angst davon.
Die Eine steht- und sieht ihr zu,
sie lacht ihr nach voll Hohn.

Die Eine setzt sich auf den Stein,
sie wartet einfach ab.
Die Andre läuft und läuft und läuft,
bis nahe an das Grab.

Sie fällt heraus, die Zeit steht still.
Die Kraft reicht nicht mehr aus,
um aufzustehn, auch wenn sie will,
das Rennen ist jetzt aus.

Das Licht ist hell und schwarz zugleich,
die Augen sind fast blind.
So weit, weit weg vom Menschenreich,
das kalte, blaue Kind.

Die Eine hilft ihm aufzustehn,
die Augen werden klar.
Erblicken das, was immer ist,
erblicken das, was war.

Die Andre wagt es, aufzusehn,
den Schritt vom Menschen wegzugehn,
zu finden, was gewartet hat,
zu leben ohne Hamsterrad.

Die Eine wird die Andre sein,
die Andre wie die Eine sein.
Die Stille geht ins Licht hinein.

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