Werner Siepler

Unwort des Jahres

Der Staat ist nicht so arm wie eine Kirchenmaus,
dennoch leben die Bürger nicht in Saus und Braus.
Finanziell längst nicht alles zum Besten steht,
den Euro man dennoch meistens zweimal umdreht.

Die Politik sehr clever ist und sich aufrafft,
ein lukratives „Sondervermögen“ beschafft.
Hiermit sodann die chronische Armut bezwingt,
das Land aus finanzieller Bredouille bringt.

Wie ein Krösus wird rasch aus den Vollen geschöpft,
ist finanziell nun nicht mehr so zugeknöpft.
Lang gehegte Vorhaben jetzt realisiert,
alles aus dem „Sondervermögen“ finanziert.

Bei Einkäufen man in einem Kaufrausch verfällt,
vom wirtschaftlichen Verhalten recht wenig hält.
Handelt zudem ideenlos und überhastet,
letztlich damit die jungen Menschen belastet.

So ist das „Sondervermögen“ Illusion,
denn Kinder und Enkel zahlen hierfür den Lohn.
Ihnen geht es dann irgendwann an den Kragen,
müssen schließlich die Schulden der „Alten“ zahlen.

Folglich haben Sprachwissenschaftler mit Bedacht,
diesen Begriff zum Unwort des Jahres gemacht.

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