Allgemein

Das Lied im Schweigen

In engen Straßen wohnt das Schweigen leise, zieht wie ein Schleier durch die dunklen Hallen. Die Stumme wandert auf verborgner Reise, wo ihre Schritte lautlos niederfallen. Sie ist das Licht, das nachts die Fenster weckt, ein Ton, der sacht durch jede Ritze dringt. Doch wenn der Tag sie in die Kälte streckt, verstummt das Lied, […]

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Man wird doch noch

Man wird doch noch lachen dürfen, sagen sie und machen aus ihrem Körper eine Pointe, aus ihrem Namen eine Mutprobe, aus ihrer Angst eine Übertreibung. Sie lacht kurz mit. Dieser Reflex, sich selbst zu verlassen, bevor es die anderen tun. Später im Bad hält sie sich am Waschbecken fest. Im Spiegel das mühsam gerettete Gesicht.

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Nach Feierabend

Wenn die Stadt ihre Reste abstellt, beginnt ihr Weg. Sie geht langsam, als müsse sie jeden Schritt aus einem zu kleinen Vorrat nehmen. Ihre Hände verschwinden in den dunklen Mündern der Straßen, kommen wieder zum Vorschein mit etwas, das leise gegeneinanderschlägt. Sie ordnet das Gefundene behutsam in ihren Wagen, als wären es keine Überbleibsel, sondern

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Im Nebel stochern

Das Leben ist meistens sehr kompliziert, deshalb man es nicht immer meistern wird. Kämpft oft gegen unfaire Attacken, hat so manche harte Nuss zu knacken. Ist fleißig und sogar intelligent, dennoch nicht alles aus dem Effeff kennt. Stochert daher blind im Nebel herum und erreicht höchstens mal das Minimum. Kein Wunder, wem schließlich der Durchblick

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Vieraugengespräch

Weil jeder seine eigene Meinung hat, findet ein Gespräch unter vier Augen statt. Man will die Schwierigkeiten überwinden und einen gemeinsamen Nenner finden. Jeder redet nun auf den anderen ein, will mit seiner Ansicht der Klügere sein. Hält hieran dann ohne wenn und aber fest, sich auch keinen Deut hiervon abbringen lässt. Erst wenn einer

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Zu lösende Probleme

Zeit hast du im Leben häufig nicht, doch du solltest sie dir nehmen. Lege deshalb auf Dinge Gewicht, mit zu lösenden Problemen. Fass diese Probleme mutig an und lass dich nicht unterkriegen. Sei dabei kein herrschender Tyrann, lass dich dennoch nicht verbiegen. Diese Aktion viel Zeit verschlingt, die Lösung auf sich warten lässt. Auch manche

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Ballast

Über den Feldern öffnet ein Ballon seinen farbigen Bauch. Aus dem Korb fallen Sandsäcke, Wasser, ein Mantel. Die Häuser schrumpfen auf Briefmarkengröße. Ein Fluss passt plötzlich zwischen zwei Finger. Höher. Die Karte folgt, ein Schlüsselbund, ein Foto mit vier Gesichtern. Es fällt mit den Gesichtern nach oben. Über den Wolken nur noch der Brenner und

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Tropfen auf heißer Platte

Gehen heißt Tragen, Liegen auf kalten Stein, und die Tropfen, die aus den Augen fallen, landen auf einer heißen Platte. Nur, wenn man leere Patronen in eine weißes Feld schießt, entbergen die Schatten ihr wahres Gesicht. Der Wind, der sich aus den Segeln nimmt, ist eine Geschwister der Stürme au vergangener Zeit. Rauch eine letzte

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Schattenlicht

Du gehst durch die Ränder der Nacht, wo dein Atem einst schwer war und jeder Schritt tiefer führte. Doch ein stilles Leuchten dringt durch die Risse der Dunkelheit und öffnet den Morgen. Die alten Stimmen – Rauch, Rausch, Versprechen – flackern nur noch wie vergessene Neonreklamen. Sie wollten dich halten, doch ließen dir nichts als

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Pflege

Hinter dem Haus verwildert der Garten. Brennnesseln vernähen den Weg. Gras wächst über die Beete. Nur um den Rosenstock liegt die Erde frei. Ein Pfahl. Eine Schnur. Eine volle Gießkanne. Jeden Morgen kehren dieselben Hände zurück. Sie schneiden totes Holz, binden neue Triebe an, drücken Dünger in die Erde. Ein Dorn dringt in den Daumen.

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Außer Gebrauch

Die Münder offen. Die Augen geschlossen. Vier Hände unfähig, ein Glas zu halten. Unter dem Tisch zittern die Knie. Darüber scheitert jeder Satz an seiner ersten Silbe. Zwei Körper, über die Tischkante gefaltet. Für einige Minuten sind zwei Erwachsene zu nichts zu gebrauchen. Zum Glück.

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Parkdeck vier

Zwischen zwei Pfeilern rollt er den Schlafsack aus. Der Beton behält die Kälte auch im Sommer. Alle paar Minuten wandert Licht über sein Gesicht. Ein Wagen kommt. Ein Wagen fährt. Türen schlagen zu, Motoren tragen Menschen fort. Er zieht die Knie bis an die Brust und legt die Hände dazwischen. Gegen Morgen springt irgendwo eine

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Schluchten aus Metall und Mut

In Schluchten, wo sich Rauch und Morgen mischen, geht Pegasus auf Wegen, die im Dunkel zischen. Aus Staub und Atem sanft geformt sein Leib, ein leises Echo, das im Wind verbleibt. Sein Hufschlag hallt wie ein verlor’nes Zeichen durch Welten, die dem grauen Stahl nun weichen. Er sucht kein Reich, das oben hell erglänzt, nur

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Im Stand

Du stellst den Motor ab. Unter den weißen Lampen liegt die Raststätte wie ein offener Gerätekasten. Beim Aussteigen geben die Knie zu spät nach. In den Waden summen noch zweihundert Kilometer. Der Kaffee fällt in einen Pappbecher. Deine Hand hält ihn ruhig, doch an der Oberfläche zittert die Straße weiter. Du stehst zwischen Lastwagen, Mülleimern,

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Vieraugengespräch

Weil jeder seine eigene Meinung hat, findet ein Gespräch unter vier Augen statt. Man will die Schwierigkeiten überwinden und einen gemeinsamen Nenner finden. Jeder redet nun auf den anderen ein, will mit seiner Ansicht der Klügere sein. Hält hieran dann ohne wenn und aber fest, sich auch keinen Deut hiervon abbringen lässt. Erst wenn jemand

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Der Ruf aus dem Nebel

Leute, hört den Wind, in dem keine Freiheit mehr erklingt. Die Fahne weht im grauen Licht, doch fremd ist sie und wärmt uns nicht. Was sie Demokratie nur nennen, lässt fremde Macht uns klar erkennen. Die Gerechtigkeit im Dunkeln schweigt, die Wahrheit längst im Schatten bleibt. Wir treiben auf verlassenem Schiff, es nähert sich dem

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Die Wolke!

Wolken… Gerne leben war sein Ding. Gab auch Zeiten ohne Swing. Helle Wolken im Gemüt. So viel Schönes dort erblüht. All die Jahre ohne Blues. War bereit für jeden Gruß. Wolken doch färbten sich. Mit dem Alter Helles wich. Die Gedanken wurden rau. Sortierten ernst sehr genau. Spürte oft sein Unrecht sehr. Betete um Weisheit

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Zwei Stunden älter

Nach der letzten Vorstellung sitzt er vor dem Spiegel. Mit dem feuchten Tuch nimmt er zuerst den Mund ab, dann die Furchen, die zwei Stunden älter sind als er. Das Kostüm gleitet von den Schultern. Am Bügel steht es aufrechter als zuvor. In seiner Stimme – noch der letzte Satz – eine vergessene Nadel im

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Nur Mitleid reicht nicht

Menschen, die auf der Schattenseite stehen, wir meist geschockt und mitleidig ansehen. Doch Mitleid allein diesen Menschen nichts bringt, weder hilfreich ist, noch ihre Not bezwingt. Wir sollten uns daher human entscheiden und diese Menschen nicht nur bemitleiden, uns mit ihrer Armut und Not befassen, ihnen echte Hilfe zukommen lassen. Hilfe, die ihre Not tatsächlich

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