Allgemein

Es gibt mehr

Wir wissen so viel und verstehen so wenig. Wir kartieren den Himmel, zählen Sterne, berechnen Bahnen, simulieren das Ende der Welt auf glatten Bildschirmen – und scheitern doch am eigenen Herzen, an einem Blick, an der Stille nach einer Nachricht. Die Welt ist größer als ihre Verwaltung. Etwas entzieht sich immer. Nicht trotzig, nicht feindlich […]

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Keine Hilfsbereitschaft

Wenn du anderen stets zur Seite stehst, für sie jederzeit durch dick und dünn gehst und ihnen ausnahmslos die Treue hältst, selbstverständlich nicht in den Rücken fällst, ihnen deine Freundschaft dadurch beweist, dass du dir für sie den Hintern aufreißt, findet dich jeder garantiert sehr nett, hast drum bei allen „einen Stein im Brett.“ Doch

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Die schwierigste Turnübung

Ein Mensch, der regelmäßig Sport betreibt, häufig fit bis ins hohe Alter bleibt, die nötige Bewegung nicht vergisst, weil sie für ihn eine Medizin ist, die für ein verlängertes Leben wirbt, sicherlich er aber gesünder stirbt. Täglich er an seine Gymnastik denkt, seine Gliedmaßen nach Herzenslust renkt, so die schwierigste Turnübung vornimmt, sie mit viel

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Delegiertes Lachen

Viele Menschen in den früheren Jahren, noch nicht so fortschrittlich wie heute waren, mussten damals über lustige Sachen, doch tatsächlich selber humorvoll lachen. Manch einer sich sogar krumm und schief lachte, bis plötzlich Bauchweh ihm zu schaffen machte. Aber heute man sein Lachen delegiert, von Smileys dieser Part übernommen wird. Um keine Energie mehr zu

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Der andere Weg

Manchmal beginnt ein Leben mit dem stillen Wissen, dass die vorgezeichneten Wege gut ausgeleuchtet, geordnet, beinahe freundlich sind, aber nicht für dich. Du gehst den schwereren Weg. Kein Versprechen. Keine Rettung. Nur nichts, das dir etwas vormacht. Er führt dich in eine größere Kälte, in eine ehrlichere Einsamkeit. Du weißt: Lieber gehst du durch die

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Unter deinem Namen

Die Dinge tragen kein Urteil. Nicht der Regen. Nicht die Nacht. Nicht das Schweigen zwischen zwei Menschen. Erst dein Denken tritt hinzu und macht daraus Trost, Drohung, Verlust. So belädst du die Welt, bis sie unter deinem Namen eine andere wird. Gut. Böse. Liebe. Schuld. Dabei war sie zuvor nur dies: offen, stumm, unerbittlich ohne

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Alle tun es

Immer, wenn der Frühling ins Land zieht, man es die Fauna freudig tun sieht. Hierzu sämtliche Vögel zählen, es zur Hauptbeschäftigung wählen. Sogar die Bienen sich nicht zieren, es mit Freude auszuprobieren. Schmetterlinge und bunte Falter, machen es bis ins hohe Alter. Selbst Menschen es zu tun versuchen, jedoch keinen Erfolg verbuchen, es ganz einfach

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Den Daumen schonen

Ein Mensch, der es im Leben zu was brachte, eine beispielhafte Karriere machte, zunächst, bevor er die Richtung festlegte, das „Für und Wider“ präzise abwägte. Die Erkenntnisse in die Waagschale warf und hundertprozentig dann ins Schwarze traf. Letztendlich ohne Schwierigkeiten und glatt, er den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Diese Verfahrensweise sich durchaus lohnt,

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Sachzwang

“Hell is empty and all the devils are here“,Ariel to Prospero, Shakespeare: The Tempest, Act 1, scene 2 Chandrika Wolkenstein Sachzwang Die Hölle ist leer. Nicht weil das Böse ausgestorben wäre. Sondern weil es umgezogen ist, in Großraumbüros und Kommentarspalten, in Gremien und Ministerien, in dem beruhigenden Tonfall, mit dem man Härte als Sachzwang verkauft.

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Meine Muse

Sag mir den Grund geliebte Muse. Du reichst mir nicht mehr deine Hand? Wo bleiben Phantasie, die schönen Worte? Wo bleibt dein Musenkuss der uns so eng verband? Die Seelenrädchen stehen stumm und still. Sie brachten Wort und Zeile stets ans Ziel. Nun muss ich alte Werke wiederkäuen. Muse, bist du etwa schon senil? Günter

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Heruntergekommen

Zerlumpt, verloren, ohne Licht, die Hoffnung weicht dem Angesicht. Die Scham vor Freunden – einst vertraut, hat dir fremde Wege gebaut. Dein Blick ist traurig, unsicher, leer, die Liebe bleibt dir fern und schwer. Du lebst in Kreisen, die nicht passen, bei denen Träume schnell verblassen. Gammler, Diebe – rau und laut, doch sie sind

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Ich bin keine Leiche

Ich trat in eine fremde Bar, der Rauch lag schwer, das Licht war klar. Ein Lächeln traf mich wie ein Schein, ihr Blick – so still, so ganz allein. Ein Drink, ein Wort, ein kurzes Spiel, ihr Wesen warm, nicht viel zu viel. Sie nahm mich auf, ganz ohne List, als wär ich mehr –

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Ausstieg

Manchmal will ich alles lassen, will ausbrechen aus den stillen Gassen. Doch dann fehlt mir wieder der Mut – vielleicht ist das sogar gut. Ich denk zurück an jenen Mann in Berlin, der mich um ein paar Münzen bat – ganz kühn. An den Junkie in Wien, der mir sein Leben zeigte, und dabei leise

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Das falsche Spiel

Ich spüre deutlich, was hier läuft: das Spiel ist falsch, es ist erkauft. Drum steige ich nun frustriert aus, mein Weg führt heim, ich geh nach Haus. Bei euch läuft’s nicht mit rechten Dingen, ihr könnt nur durch Betrug gewinnen. Beweisen kann ich’s nicht genau, doch eure List ist nicht sehr schlau. Ich bin kein

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Musik

Verträumt auf staubigen Straßen, wie einst bei Easy Rider-Phasen. Da lag die Freiheit noch im Klang, die Liebe trug uns lebenslang. Doch bald erhob sich kalt der Profit, die Leute sahen es – und machten mit. Was einst als Botschaft war gedacht, hat Kommerz laut zum Kauf gemacht. Musik – sie wollte Frieden tragen, von

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Marktwirtschaft

Man nennt sie frei, man nennt sie stark, ein goldener Tempel, hell und markant. Doch hinter Glanz und surrendem Rad verliert so mancher seinen Pfad. Die einen löschen still ihr Licht, verglühen leise, wie Sterne im Nichts. Die andern nehmen Gift und Rauch, bis jeder Traum im Nebel zerbrach. Und wieder andre schlagen Wunden in

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Fans

Ich habe nichts gegen Leidenschaft – sie fließt wie Feuer, pulst mit Kraft. Doch Fan zu sein heißt nicht: Gewalt, kein Sturm, der blind das Spiel durchschallt. Man muss den Glanz im Gegner sehen, die Würde seines Spiels verstehen – ein Licht, verborgen, doch bereit, im Schatten dunkler Rivalität . Wer Hass schon vor dem

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Gegen den Strom schwimmen

Ein Mensch, der sich nicht so schnell anpasst, lässt sich ungern dirigieren, jede Anweisung wie die Pest hasst, kann sich selber motivieren. Von seiner Meinung er nie abweicht, mit ihr oft gegen den Strom schwimmt, nicht mit der Masse nach vorne schleicht und alles stillschweigend hinnimmt. Doch mit Macht stromaufwärts zu schwimmen, ist sicherlich ungemein

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Der Weg zum Herbst des Lebens

Ein Mensch vor der Tür zum „Herbst seines Lebens“ steht, doch diesen Lebensabschnitt noch nicht betritt, letztendlich er den Weg des „Zweiten Frühlings“ geht, hält mit Jüngeren bemerkenswert gut mit. Zwar sind seine Haare mittlerweile ergraut, aber lichte Stellen sind nicht zu sehen, den jungen Mädchen sehr gerne hinterherschaut, denn es ist schwer, ihnen zu

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Werde Meer

Wenn man sich ängstigt vor der eigenen Tiefe, lebt man am Ufer wie auf geliehenem Boden. Man sagt: Das Leben ist zu viel. Die Welt ist zu laut, die Liebe zu unsicher. Aber niemand wird verschont. Es kommt alles: Liebe, Verlust, Sturm. Wer glaubt, er sei für das Ufer gemacht, wird an jeder Welle krank.

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