Max Vödisch

Ich bin keine Leiche

Ich trat in eine fremde Bar,
der Rauch lag schwer, das Licht war klar.
Ein Lächeln traf mich wie ein Schein,
ihr Blick – so still, so ganz allein.

Ein Drink, ein Wort, ein kurzes Spiel,
ihr Wesen warm, nicht viel zu viel.
Sie nahm mich auf, ganz ohne List,
als wär ich mehr – als was man vergisst.

Doch aus dem Dunkel trat ein Mann,
sein Blick war kalt, sein Schritt begann.
Ein Messer blitzte – Drohung pur,
mein Herz schlug laut in wilder Spur.

Die Angst war groß, mein Mut zu klein,
der Atem flach – ich war allein.
Ich rannte raus, mein Herz war schwer,
doch lebte ich – und das zählt mehr.

War’s feige? Vielleicht. War’s klug? Vielleicht.
Ich wählte das Leben – nicht die Schlacht.
Denn Heldentum ist oft nur Schein,
ich bin ein Mensch – nicht Stahl, nicht Stein.

Ich bin kein Opfer, keine Leiche,
kein Held, kein Narr, kein stummer Zeuge.
Ich lebe – und das ist meine Kraft,
mein Weg, mein Recht, mein Lebenssaft.

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