Max Vödisch

Kuckucksbändiger

Ich brauch die Kohle – auf die Schnelle,
doch nirgends gibt es eine Stelle.
Der Knast? Nee, nicht mein Revier,
da bleib ich lieber hier.

Liegt die Knete in Frankfurt auf der Straß’,
oder machen mich die Typen richtig nass?
Ich bin in Deutschland nur ein Zwerg,
ständig wächst mein Schuldenberg.

Die Kuckucksbändiger stehen schon parat,
wollen Cash, am besten noch heut in bar.
Ich bin seit Monaten total pleite,
hab alles vertickt – bis zur letzten Seite.

Klamotten, Platten, Bücher, weg,
Lebensfreude? Nur noch ein Fleck.
Meine Substanz: komplett verbraucht,
mein Wille: längst verraucht.

Zu groß die Last, zu klein mein Glück,
ich will in eine sorgenfreie Zukunft zurück.
Vielleicht hau ich heut noch ab – ganz still,
weil ich das Spiel nicht länger will.

Kuckucksbändiger – was für Leute!
Die lachen nicht, die nehmen Beute.
Die machen dich fertig, eiskalt, genau,
bei denen wirst du niemals schlau.

Ich bin dann mal weg – auf die Schnelle,
die Typen sind nicht meine Welle.
Sollen sie mich suchen, quer durchs Land,
mit Formular und leerer Hand.

Finden werden sie mich kaum,
ich verändere meinen Raum.
Ein neues Gesicht, ein neuer Plan –
vielleicht fängt irgendwo das Leben an.

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