Max Vödisch

Horizont der Stille

Ich stehe still an Deinem Stein
und spüre: Ich ließ Dich allein.
Was Du ersehnt, was Dich verletzt –
es lebt tief in mir – versetzt.

Hier, wo die Stille alles trägt,
habe ich mich zu wenig bewegt.
Doch meine Angst war stets zu groß,
ich hielt Dich fern – aus Furcht vor Trost.

Ich fürchtete, Dich zu verletzen,
statt mich mit Dir auseinander zu setzen.
Statt ehrlich zu sein, statt zu verstehn –
ließ ich uns schweigend untergehn.

Jetzt bleibt nur mein Flehen:
Ich würd’ Dir folgen, um zu gestehen.
Doch was ich Dir heute geben will
sieht nur der Horizont – ganz still.

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