Max Vödisch

Stoffgebundene Sucht

Du stürzt hinein – kein Schleier, kein Versteck,
man sieht es sofort: dein Blick, dein Dreck.
Du bist auf der Flucht – vor dir, vor dem Staat,
Kokain, Heroin: Besitz wird zur Tat.

Du sagst: „Haschisch ist harmlos, Alkohol geht klar“,
doch der Trip geht tiefer – du bist nicht mehr da.
Du ziehst, du schluckst, du spritzt, du trinkst,
bis du dich selbst nicht mehr erkennst.

Die Welt verschwimmt, du siehst nur dich,
kein Echo, kein Halt – nur deine Sicht.
Man fragt dich: „Wie soll das weitergehen?“
Du zuckst die Schultern: „Wird schon, mal sehen.“

Doch du lehnst jede gut gemeinte Hilfe ab,
ziehst dich zurück – Schritt für Schritt ins Grab.
Du willst allein krepieren, sagst: „Lass mich in Ruh.“
Und hoffst, dass keiner weint – nicht ich, nicht du.

Doch ich seh dich noch, Bruder, Freund,
auch wenn dein Blick längst nichts mehr träumt.
Die Erinnerung bleibt, auch wenn du gehst –
weil du mehr warst als das, was du verstehst.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 8

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Ein Gedicht in Schönschrift publizieren? Nutze den Handlettering-Generator und verwandle dein Gedicht in ein visuell ansprechendes Kunstwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert