Max Vödisch

Schatten an der Wand

Warum kehrt stets der Tag zurück,
und bringt mir kein bleibendes Glück?
Ein Leben frei von Angst und Sorgen –
verweht wie Tau im neuen Morgen.

Ohne Arbeit, ohne Halt,
die Welt verlangt – und urteilt bald.
Ein ehrliches Lob – so fern, so rar,
die Kälte regiert, unsichtbar.

Die Stunden fließen, leer und schwer,
mein Herz verlangt nach etwas mehr.
Für Zeichen, glänzend, hohl und klein,
verkauf ich mich – und bleib allein.

Warum ist die Menschheit so kalt,
so starr, so müde, so geballt?
Warum folg ich dem stummen Spiel,
und nicht meinem wahren Gefühl?

Der Blick jagt jedem Groschen nach,
die Ewigkeit – ein blasser Hauch.
Das Glück verglüht, die Wärme schwand –
zurück bleibt ein Schatten an der Wand.

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