Werner Siepler

Das Monster

Beim Blick in den Spiegel es dir arg graute,
ein fürchterliches Monster dich anschaute,
das den Platz deines Spiegelbildes einnahm
und gewaltig unangenehm rüberkam.

Der Schreck dir gehörig in die Glieder fuhr,
dein Gleichgewicht kippte sofort aus der Spur.
Der Fall hatte dir die Sprache verschlagen,
warst nicht fähig, auch nur ein Wort zu sagen.

Aber die Stille hielt nicht sehr lange an,
denn das Monster sich jetzt zu outen begann,
wollte nie mehr anonym weiter leben,
deshalb sich schleunigst zu erkennen geben.

Doch als es endlich die Hüllen fallen ließ,
bei dir auf recht wenig Begeisterung stieß.
Schließlich du enorm enttäuscht und geschockt bist,
weil dieses Ungetüm dein Charakter ist.

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