Max Vödisch

Die Kartographie der fallenden Himmel

In den Rissen einer schweigenden Ebene
steht ein Pegasus aus Glas und Wind.
Sein Atem zeichnet Linien in die Ferne,
als vermesse er die Welt von Neuem.
Doch jeder Schritt zerbricht ein Stück
der Karte, die ihn tragen soll.

Ein Phönix ruht im Geröll der Stunden,
sein Herz schlägt unter kalter Glut.
Er erhebt sich nur, wenn niemand schaut,
und brennt im Takt der leisen Fehler.
Sein Aufstieg ist ein stilles Beben,
das die Horizonte neu verschiebt.

Ein Ikarus sitzt am Rand der Tage,
die Hände voll ungesagten Lichts.
Er faltet Flügel aus verlorenen Plänen
und steigt, obwohl der Himmel schweigt.
Sein Fall ist keine Warnung,
sondern ein Weg zurück zu sich.

Und wenn die Nacht die Himmel senkt,
treffen sie sich im Zwischenraum:
Pegasus schweigt, Phönix glimmt, Ikarus lauscht.
Drei Zeichen einer alten Sehnsucht,
die sich in die Erde schreibt,
während der Morgen neu beginnt.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 7

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Ein Gedicht in Schönschrift publizieren? Nutze den Handlettering-Generator und verwandle dein Gedicht in ein visuell ansprechendes Kunstwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert