Max Vödisch

Kinoprojektion

Das Licht erlischt, die Leinwand glimmt,
ein fremder Pulsschlag, der mich nimmt.
Die Pupille trinkt das matte Licht,
bis mein eigenes Sein im Innern bricht.

Ein Schuss – mein Herz schlägt wild und schwer,
ich bin nicht ich, ich bin noch mehr.
Der Gangster stiehlt, ich spür die Gier,
sein kaltes Lächeln wohnt in mir.

Ein Kuss im Regen, scharf und heiß,
der Körper bebt als stiller Beweis.
Ich liebe, leide, brenne mit
und folge jedem Handlungsschritt.

Der Horror kriecht mir ins Gehirn,
ein kalter Schweiß auf meiner Stirn.
Ich fliehe mit, vom Wahn gehetzt,
von fremder Angst ganz tief besetzt.

Ein Knopfdruck nur, das Bild zerbricht,
der Geist verstummt im Gegenlicht.
Zurück bleibt nur ein leeres Ich,
das sucht, was eben noch entwich.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 6

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Ein Gedicht in Schönschrift publizieren? Nutze den Handlettering-Generator und verwandle dein Gedicht in ein visuell ansprechendes Kunstwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert