In Memoriam!
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Recht luftig stehen die Zimmerleute
auf dem abgedeckten Haus,
Wand um Wand wird nun Baggers Beute
die Fenster, Türen sind schon draus.
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Laut ist der Straßenjungen – Toben
als eine Außenwandung – krachend bricht,
dann Kalk und Staub in Wolken stoben
vernebelnd kurz das Sonnenlicht.
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Um das Haus ertönt kein „Schade“
zu schäbig, alt, brüchig, die Fassade,
doch mich schmerzt „Abriss“ in der Seele
ein leise Ach! Aus meiner Kehle.
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Dort wo jetzt Wolken – neugierig schauen
durchs offene Dach durch Zimmerdecken,
tat ich mir viele Fantasien bauen
in Klassenzimmern – deren Ecken.
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Nun dichter Staub auf Eichendielen
im Schulhaus wir oft „Fangen“ spielten,
gar manches Lied wir darin gesungen
und oft auch lang darin manche Stunden.
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Nun durch die Fensterhöhlen – Winde wehen
im Geist` kann ich – Schultafel sehen.
Dort Bleistift kauend Schüler eifrig, lernten
in kurzen Hosen und in luftigen Hemden.
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Ob das was Menschenhand errichtet
zu Schutt und Staub – stets werden muss?
Ob Räume wo gelernt ich – und gedichtet
was nützlich einst – so enden muss?
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