Max Vödisch

Die Uhr der Erde

Siehst du den Schnee, wie leise er fällt,
ein Schleier sinkt auf diese Welt.
Dein Weg ist weit, das Ziel noch fern,
die Zeit verrinnt wie Licht im Stern.

Die Wälder sterben, Blatt für Blatt,
die Uhr der Erde wird nicht satt.
Sie zählt nicht mehr, sie läuft zurück,
ihr Takt verstummt – verlor’nes Glück.

Warum nur glaubt man Jahr um Jahr,
dass Fortschritt unsre Rettung war?
Warum mit kalter, blinder Hand
beraubt man so das eig’ne Land?

Drum eile dich – noch ist es Zeit,
die letzten Gärten stehn bereit.
Doch bald wird Technik, stumm und blind,
vernichten, was noch Träume sind.

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