Chandrika Wolkenstein

Hymne für Gisèle

Man tat dir an, was Sprache sprengt,
was selbst die Nacht kaum tragen kann.
Man hat kein Mitleid dir geschenkt.
Dein Schänder war der eigne Mann.

Man schlich wie zu geheimem Fest,
betäubte dich im Schutz der Nacht.
Die Untat stand für jeden fest,
und dennoch hat er mitgemacht.

Doch du hast dich nicht still ergeben.
Du hast das Schweigen hinterfragt,
die 51 preisgegeben,
der Scham den Wechsel angesagt.

Und zeigst, wir müssen uns nicht schämen.
Nicht unser Leib trägt diese Schuld.
Schuld weilt, wo Männer einfach nehmen,
den Hass getarnt als Männerkult.

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