Gundula Behncke

Krieg und Gewissen

Wir waren so sicher und sicher auch dumm.
Die Welt wirbelt alles um uns herum.
Wir haben Menschen und Tiere gequält,
und wir waren von Hochmut beseelt.
Die Erde gedankenlos verdreckt.
Von Pol zu Pol mit Plastik bedeckt.
Wir machten auch nicht Halt vor Lügen
und sind die Meister im Betrügen.
Das Höher, Schneller, Mehr und Weiter
machten uns das Leben heiter.
Der Neid zog uns in seinen Bann,
und zog uns in den Egowahn.
Warnungen waren stets für andre gedacht
und Ängstlichkeit wurd´ ausgelacht.
Da werden Brust und Po gehoben,
um Eitelkeiten hoch zu loben.
Jede Delle wegoperiert,
weil man Vollkommenheit kopiert.
Für Neues war man stets bereit,
wenn es nicht frisst die eigne Zeit.
Fast sklavenhaft die Gelder raffen,
und immer auf die andren gaffen.
Zufriedenheit nur für Sekunden,
und neue Wünsche war´n gefunden.
Wie blinde taube Marionetten,
werden wir die Welt nicht retten.
Der Schutz der grade noch empfunden,
ist schneller wie ein Blitz entschwunden.
Und das Erkennen dieser Splitter,
umfasst uns wie Gefängnisgitter.
Die Luft für alle auf der Welt,
uns wie Blei gefangen hält.
Schamgefühle ausgeblendet.
Das Gewissen längst verpfändet.
Wir sehen zu wie Leid geschieht,
obwohl der Frühling grad erblüht.
Wo Vögel weiter fröhlich pfeifen,
und wir das Elend nicht begreifen.
Erkennen was nicht vorstellbar,
weil so bequem der Frieden war.
Werte sind bedeutungslos geworden,
wenn wir zusehen beim Morden.
Millionen stehen ungläubig vor dem Grauen.
Und wissen nicht wem kann man trauen.
Die Tyrannei hat ein Gesicht bekommen,
und Chaos hat die Welt in den Griff genommen.
Millionen stemmen sich dagegen,
ohne etwas zum Guten zu bewegen.
Ja wir falten unsere Hände,
die Gebete sprechen Bände.
Durch die Bomben aufgewacht?
So war Schöpfung nicht gedacht.
Nach Glauben und Geboten streben,
um danach letztlich nicht zu leben.
Und wir beten und versprechen,
bis wir alles wieder brechen.
Die Definition von Heuchelei –
wir sind alle mit dabei.

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