Allgemein

Verlorene Flügel

Es ist traurig – und leider wahr, mir ist schon offenbar: Ich hab in letzter Zeit zu viel Mist gebaut und mir die eigne Freiheit geklaut. Ich zähl wohl zu den stillen Leuten, die sich noch Hoffnungen zurechtdeuten, doch kaum etwas vermag sie zu erfreun – ihr Lachen klingt nur wie Schein. Ich hab viel […]

Verlorene Flügel Weiterlesen »

Gutmütige Bescheidenheit

Du stehst gelassen über die Dinge, verzichtest still auf große Gewinne. Kein Laut begleitet Deinen Schritt, Du trägst das Herz der Güte mit. Dein Wissen bleibt ein stiller Schatz, Du suchst nicht Ruhm, noch den hohen Platz. Du hilfst, wo andre zögern still, weil Dich kein Eigennutz mehr will. Doch manchmal, leise, wird’s zur Qual,

Gutmütige Bescheidenheit Weiterlesen »

Das Jüngere Aussehen

Ein Mensch geschniegelt vor der Kamera stand, ließ sich fachmännisch fotografieren, doch die Fotografie er potthässlich fand, denn man vergaß ihn zu retuschieren. Er wirkte auf dem Foto hochbetagt, hat seine jugendliche Frische vermisst, sich nach dem Grund des Aussehens gefragt, meist es „das muss du nicht tun“ gewesen ist. So ein Foto erst viel

Das Jüngere Aussehen Weiterlesen »

Deine Nähe.

In manchen Momenten bist Du mir so nah als wärst Du im Jetzt neben mir da. Es ist als ob ich würde Dich spür´n, als vernehme ich gar ein sachtes Berühr´n. Es gibt etwas, dass können unsere Sinne nicht erklären, aber, wenn wir uns dagegen nicht wehren… dann ist es real existent, auch wenn niemand

Deine Nähe. Weiterlesen »

Döst…

Döst… Geht nicht mehr gerne raus. Ruhig geworden in den Haus. Früher war es hier sehr laut. Hat ihr oft den Nerv geraubt. Einfach war es damals nicht. Eine Not trug schwer Gewicht. Alten Narben sind verstaubt. Erinnerungen nicht erlaubt. Döst gern lieber in den Tag. Formt Gedanken die sie mag. Bernd Tunn Tetje

Döst… Weiterlesen »

Die Kielnacht

Ein Schiff aus Nacht, aus Harz und alten Speeren, getränkt vom Schweigen längst versunk’ner Zeit. Kein Steuermann – nur Sterne, die nicht kehren, ein Kranz aus Licht im Kleid der Einsamkeit. Die Planken reden in zerbroch’nen Schriften, sie zeichnen Wege, die kein Hafen fand. Die Segel, grau wie unerfüllte Pflichten, erzittern leis, wenn Wind die

Die Kielnacht Weiterlesen »

37,7%

Wie oft spielt der Verstand der Emotion Flöte, wiegt sie ein, dämpft sie, als wären sie große Kobras. Und sie lösen sich auf, es fällt Regen, sie rollen sich zusammen und tun niemandem etwas. So ist es wohl richtig, denn nicht allen Emotionen ist Platz gegeben — für Fortsetzung, Möglichkeit, Sinn. Wenn die Sonne herauskommt,

37,7% Weiterlesen »

‚Aufstehen…

Aufstehen! Fenster offen. Frische Luft. Blumen draußen geben Duft. Kleines Zimmer. Auch ein Bett. Die Alten finden es sehr nett. Vogel sitzt. Er schaut rein. Zwitschert fröhlich laut hinein. Kaffeedurst. Ist so weit. Mit kleinen Seufzern wird es Zeit. Bernd Tunn Tetje

‚Aufstehen… Weiterlesen »

Bis bald

Der Zug war da. Die Uhr war unerbittlich. Du hieltest meine Hand, als ob sie bliebe. Wir umarmten uns so richtig appetitlich und flüsterten einander noch von Liebe. „Wir sehen uns bald wieder,“ sagtest du. Der Satz, ‘ne Münze im defekten Automaten. Natürlich nickte ich dir lächelnd zu, um uns nicht voll und ganz hier

Bis bald Weiterlesen »

Hellwegstadt Wattenscheid

Wattenscheid unsere liebenswerte Hellwegstadt, man gegen den Bürgerwillen eingemeindet hat, obwohl es kein einziger Wattenscheider wollte, dass seine Stadt ein Vorort Bochums werden sollte. Bürgerproteste man aber nicht akzeptierte und Wattenscheid zum Stadtteil Bochums degradierte. Seit Jahrzehnten jetzt Wattenscheid zu Bochum gehört, ganz Wattenscheid ist bis heute hierüber empört. Im Herzen sind alle Wattenscheider geblieben

Hellwegstadt Wattenscheid Weiterlesen »

Tiefer als gestern

Sie stand im Wasser zwischen Messerblock und Frühstückstisch in einem Glas, das einmal Gurken enthalten hatte. Sie sah, wie ein Teller an der Wand zerbrach. Sie sah eine Hand, die keine Hand mehr war. Sie sah, wie der Abend seine Zähne in den Türrahmen schlug. Am Morgen hing die Rose nach unten, tiefer als gestern.

Tiefer als gestern Weiterlesen »

Sportliches Kunststück

Manch einer sich häufig ungeschickt verhält, sein Handeln dann äußerst negativ auffällt. Seinen Grips ständig einzusetzen vergisst, sein Benehmen gewöhnungsbedürftig ist. Den Mitmenschen stets arg auf die Nerven geht und sich selbst immer wieder im Wege steht. So nimmt die Nervensäge auf Schritt und Tritt, meist jedes vorhandene Fettnäpfchen mit. Da dieser Mensch regelmäßig Sport

Sportliches Kunststück Weiterlesen »

Horizont der Stille

Ich stehe still an Deinem Stein und spüre: Ich ließ Dich allein. Was Du ersehnt, was Dich verletzt – es lebt tief in mir – versetzt. Hier, wo die Stille alles trägt, habe ich mich zu wenig bewegt. Doch meine Angst war stets zu groß, ich hielt Dich fern – aus Furcht vor Trost. Ich

Horizont der Stille Weiterlesen »

Die stille Sonne

Du sahst die Sonne nie so rot, so still, so fern, so nah dem Tod. Dein Leben schien dir nie so leer, die Welt so kalt, so schmerzend schwer. Die Wirklichkeit – ein ferner Stern, so leuchtend, doch unendlich fern. Nur deine Vision bleibt dir als Lohn in einer Welt aus Staub und Hohn. Sie

Die stille Sonne Weiterlesen »

Der Preis der Würde

Mir geht es ja gut, obwohl ich stets verliere. Mir geht es ja gut, auch wenn ich bald krepiere. Hoffnung? Ein leeres Versprechen. Verstellung? Ein nutzloses Spiel. Heuchelei ließ mich stets erbrechen, doch Verluste sind manchmal ein Ziel. Mir geht es ja gut, ohne Glanz, doch mit Würde. Ich zahle meinen Tribut – wie lange

Der Preis der Würde Weiterlesen »

Ein fremder Blick

Ist das die Glut, die Dich bewegt? Die Liebe, die in Tränen lebt? Erreichst Du je, was Dich durchdringt – oder fliehst Du, wenn Sehnsucht singt? Dein Leben – eng wie ein fremder Raum, Du siehst das Licht – nur im Traum. Du stehst für viele, stumm und leer, von Illusionen getragen wie das Meer.

Ein fremder Blick Weiterlesen »

Antiheld

Du schreibst Texte, die keiner liest, sie blühen leise, wo niemand sie gießt. Du siehst die Welt aus deiner Sicht, wie sie nun mal ist – kein blendend helles Licht. Du glaubst, du seist der große Antiheld, der scheitert an dem lieben Geld. Du träumst von Blüten, groß und rein, sprichst immerfort vom Frieden –

Antiheld Weiterlesen »

Wut

Mein Freund – vorbei heißt nicht vergessen, ich bin immer noch von Wut besessen. Du verhieltest dich so gemein, hast dich benommen wie ein Schwein. Warum musst du lügen, warum betrügen? Ich vertraute dir einst mein Herz – jetzt bist du längst durchschaut, der Verrat bleibt wie ein scharfer Schmerz. Kollegen hinterrücks verraten – das

Wut Weiterlesen »

Festnahme

Jungs, trinkt lieber euer Bier, ihr vergeudet nur eure Zeit hier. Was wollt ihr von mir, was soll das Spiel? Eure Anschuldigungen – lächerlich, nicht viel. Ich bin nicht der skrupellose Mann, nicht der Dealer, den ihr sucht. Keiner, den man einfach bannen kann, nicht der Typ, den ihr verflucht. Verhaftet ruhig den Falschen heut,

Festnahme Weiterlesen »