Allgemein

In meiner Phantasie

In meiner Phantasie, hab ich Lindenberg getroffen. Ich gewann seine Sympathie und wir beide haben gesoffen. Welch ein Spektakel, wenn sich Persönlichkeiten unterhalten. Welch ein Spektakel für alle kommerziellen Fernsehanstalten. Wir beide haben ziemlich viel Kritiker, aber wir bleiben immer „in“, Udo als Musiker und ich als Lyriker und das ist unser gemeinsamer Sinn. Die […]

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Blutspur im Satz

Du sagst: Du siehst heute wieder gut aus, und ich merke, wie ein einzelnes Wort den gesamten Satz beschädigt: wieder. Ein kleines Wort, kaum größer als ein Kratzer, aber tief genug, um darin Vergleiche zu lagern. Ich lächle kurz und bedanke mich für die präzise Beleidigung. Du meinst es nicht so. Das ist das Schlimme.

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Falsche Papiere

Der Kühlschrank hat Vorstrafen. Er hat ganze Diäten verschwinden lassen, Pläne vereitelt, Vorsätze kaltgestellt und die Nacht portioniert in Tupperdosen. Ich komme zu ihm mit leerem Mund und vollen Händen. Er fragt nicht, woher die Unruhe stammt. Er nimmt sie entgegen, legt sie neben die Butter, hinter das Glas mit den sauren Gurken. Er hält

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Fast frech

Es lag nicht dort, wo ich gesucht hatte. Nicht im Schrank mit den alten Rechnungen, nicht in der Schublade, die alles verschluckt, was einmal wichtig war. Ich hatte mich schon an das Fehlen gewöhnt. Dann fand ich es wieder. Es lag einfach da. Fast frech. Als hätte es die ganze Zeit gewusst, dass mein Verlust

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Mit Leben an den Rändern

Deine Stimme macht das Licht an. Jetzt stehen wir da, älter, vorsichtiger, mit Leben an den Rändern. Wir lachen zu früh, umarmen uns zu lange, und die Jahre zwischen uns legen sich hin wie ein Hund, der endlich nach Hause gefunden hat. Für einen Moment ist nichts zurückgedreht, aber etwas kommt näher: die alte Vertrautheit,

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Die Marionetten im Glaspalast

Man fragt sich leise, Nacht für Nacht, wer hat den Nordstern ausgelacht? Die Zeiger kreisen ohne Ziel, der Kompass schweigt, das Land steht still. Hoch über Straßen, kalt und klar, sitzt Macht aus Glas, so fern, so nah. Hände aus Licht, Gesichter stumm, sie zählen nur Zahlen – warum? Sie werfen Würfel blind vor Gewinn,

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Die flüchtige Krone

Ein Morgen wie ein blasser Thron, geformt aus Nebel, Angst und Hohn. Die Sorgen schleichen, stumm wie Diebe und rauben dir, was Hoffnung bliebe. Die Flucht – ein Kleid aus trübem Licht, doch hinter dir: dein wahres Ich. Du wanderst durch ein ödes Feld, allein wie die Dämmerung in der Welt. Die Liebe – einst

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Der Wanderer im Labyrinth

Mit Hoffnungen beladen, die wie Blüten vergeh’n, zieh ich von Ort zu Ort, um mich selbst zu versteh’n. Ein Flüstern im Wind nimmt mir die Gesichter fort, zurück bleibt nur Schweigen an jedem neuen Ort. Die Wege sind endlos, staubig und voller Zeit, ein Meer aus Enttäuschung, aus Sehnsucht, aus Leid. Ich suche nach Türen,

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Im Atem der Sehnsucht

Du suchst das ferne Blau der weiten Himmelsbahn, den warmen Blick der Frau, der tief ins Herz dir fahr’n. Du willst fort von diesem Ort, der an dir zehrt und klebt, wo jeder Tag wie Staub zerfällt und nichts mehr wirklich lebt. In dir brennt ein Geist, der hell und ungestüm noch lacht, doch das

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Landkarte der Sterne

Die Dämmerung vergangener Tage, doch deine Schritte bleiben leicht. Ein Herz, das träumt trotz aller Klage, das offen ist und selten jemand erreicht Du greifst nach den Sternen, der Nebel will dich entfernen. Manchmal glimmen ferne Lichter – und du siehst vertraute Gesichter. Die Jahre fluten wie ein Fluss, sie tragen Last und Überfluss. Doch

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Aufbruch und Rückblick

Was hat das Leben mir gezeigt? Mal heller Aufbruch, mal Schmerz zugleich. Die Wege, die ich suchend ging, trugen schon Kindheitsschatten im Ring. Die Jugend – ein Erwarten ohne Halt, ein warmes Träumen – manchmal kalt. Manches Ziel war nur ein Schein und oft fühlte ich mich still und allein. Manche Hoffnung verschwand, doch Neues

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Rädchen im System

Fragst du dich noch, was du wohl bist, ein Mensch, der längst vergessen ist, ein Rädchen nur an jedem Ort, das man benutzt – und wirft es fort. Du träumst von Sinn, von Glaubensschein, doch darfst nur Teil des Systems sein. Man lenkt dich stumm, man zählt dich bloß, dein Herz – ein Werkzeug, nutzlos

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Gutmütige Bescheidenheit

Du stehst gelassen über die Dinge, verzichtest still auf große Gewinne. Kein Laut begleitet Deinen Schritt, Du trägst das Herz der Güte mit. Dein Wissen bleibt ein stiller Schatz, Du suchst nicht Ruhm, noch den hohen Platz. Du hilfst, wo andre zögern still, weil Dich kein Eigennutz mehr will. Doch manchmal, leise, wird’s zur Qual,

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Nasser Sand

Nach allem steht sie allein am Meer. Nach der Liebe, nach der Arbeit, nach einer Hoffnung, die zu lange ihren Mantel anbehielt. Genauer muss man es nicht sagen. Das Meer fragt nicht, welche Art von Ende man mitgebracht hat. Es nimmt alles mit derselben nassen Hand: Muscheln, Plastikdeckel, Fußspuren, Namen, die jemand zu spät noch

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Damals…

Damals! Hier gewohnt. Frische Farben. Quälen noch manche Narben. Schaut befangen. Fast gelähmt. Sein Erinnern schnell gezähmt. Sich umgedreht. Dumpfe Wehr. Nie, nie wieder kommt er her. Bernd Tunn Tetje

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Kunstgenuss

Die Nachtigall wunderschöne Lieder singt, für die Menschen der Gesang wohltuend klingt. Nachts -in freier Natur- gibt sie ihr Konzert, legt dabei auf eine Gage keinen Wert. Vertreibt so durch kostenlose Sangeslust ein wenig den Menschen ihren Alltagsfrust. Erheblich anders dagegen liegt der Fall bei der singenden „menschlichen Nachtigall,“ denn diese singt lediglich in einem

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Meinungsaustausch

Man sitzt zusammen und diskutiert und seine Meinungen austauscht, Wirr durcheinander geredet wird, Unwichtiges kräftig aufbauscht. So sprechen sie alle frank und frei, doch mancher nicht richtig zuhört, reden oft aneinander vorbei, was verständigungsmäßig stört. Wer sich am lautesten artikuliert, mit seiner Stimme Eindruck schindet, wird im Allgemeinen voll akzeptiert, nicht selten auch Zustimmung findet.

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Übertriebene Aktivität

Ein Mensch immerzu im Leben seinen Mann steht, es sich meist um Erfolg und Anerkennung dreht, für diesen Zweck alles auf eine Karte setzt und von einer Aktivität zur nächsten hetzt. Ehrgeiz und Fleiß ihn gewaltig motivieren, will letztlich keine wertvolle Zeit verlieren. Deshalb zielstrebig Geplantes zu Ende bringt, Faulheit sowie Bequemlichkeit in die Knie

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Das Monster

Beim Blick in den Spiegel es dir arg graute, ein fürchterliches Monster dich anschaute, das den Platz deines Spiegelbildes einnahm und gewaltig unangenehm rüberkam. Der Schreck dir gehörig in die Glieder fuhr, dein Gleichgewicht kippte sofort aus der Spur. Der Fall hatte dir die Sprache verschlagen, warst nicht fähig, auch nur ein Wort zu sagen.

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Seltsamer Diebstahl

Ein Dieb ist asozial und gemein, verwechselt immer wieder mein und dein. Nutzt hierbei mit großer Wahrscheinlichkeit, jede sich bietende Gelegenheit. Übeltäter werden selten erwischt, weil die Polizei meist im Trüben fischt. Den Kampf gegen die Diebe nicht gewinnt, die zahlenmäßig überlegen sind. Doch wenn wirklich mal einer ins Netz geht, dann die Tat zu

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