Allgemein

Überlegen

Menschen, die alles spontan entscheiden, reifliche Überlegungen meiden, das Für und Wider niemals abwägen, Bedenken einfach beiseite fegen, Ratschläge von Freunden nicht beachten, diese als Besserwisser betrachten, haben ohne „zu zielen abgedrückt,“ so dass ihre Entscheidung oft missglückt. Wenn Menschen nun dazu übergehen, das Für und Wider abwägend sehen, sich zum Nachdenken etwas Zeit lassen,

Überlegen Weiterlesen »

Schnittstelle

Schon hebt sich meine Stimme gegen dich. Du schälst einen Apfel. Die Schale fällt als schmaler roter Faden zwischen uns. Noch schneidet jedes Wort. Dein Messer nimmt die Kerne aus dem hellen Fleisch. Dann schiebst du mir die Hälfte hin. Ich nehme sie aus deiner Hand. So nah am Bitteren sitzt die Süße.

Schnittstelle Weiterlesen »

Faltenreich

Der Mensch wird als Meisterleistung Gottes gesehen, doch diese Tatsache ist nur schwer zu verstehen, weil der Zahn der Zeit als Gottes Gehilfe fungiert und Falten in den Gesichtern der Menschen drapiert. So erkennt man die Falten der Mitmenschen sofort, sie befinden sich ja an einem sichtbaren Ort. Dabei wäre der verlängerte Rücken allemal als

Faltenreich Weiterlesen »

Lob und Anerkennung

Von oben herab man auf ihn schaut, grundsätzlich ihm recht wenig zutraut. Sein Tun und Wirken negativ sieht, ist selten mal seines Glückes Schmied. Selbst wenn ihm etwas Tolles gelingt, es kaum Lob und Anerkennung bringt. Obwohl er sich schindet und aufreibt, meist der ewige Versager bleibt. Könnte er übers Wasser laufen und würde hierbei

Lob und Anerkennung Weiterlesen »

Fauler Kompromiss

Wenn sich die Meinungen in einem Gremium nicht gleichen, ist kaum eine einheitliche Entscheidung zu erreichen. Deshalb fasst man den wohl einzig richtigen Entschluss, dass nunmehr ein Kompromiss gefunden werden muss. Leidenschaftlich und verbissen man nun diskutiert, sämtliche Meinungen eingehend analysiert. So mancher Vorschlag schließlich an Bedeutung verliert und somit Opfer eines Zugeständnisses wird. Nach

Fauler Kompromiss Weiterlesen »

Mit der Zeit gehen

Mit dem Fortschritt als Begleiter läuft die Zeit stets rastlos weiter. Worauf man heute schwört und baut, ist morgen überholt und out. Wer den Fortschritt nicht voll mitträgt und alles wie bisher bewegt, darf sich nicht wundern, wenn er dann kaum noch richtig mithalten kann. Irgendwann wird er einfach aussortiert, sein Abstieg ist hierdurch vorprogrammiert,

Mit der Zeit gehen Weiterlesen »

Gesetz und Gerechtigkeit

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, doch manche werden „gleicher“ behandelt, unrechtes Handeln wird auf einen Streich gerechtigkeitskonform umgewandelt. Letztlich sind Gesetz und Gerechtigkeit als Konkurrierende anzusehen, die sich immer wieder von Zeit zu Zeit mal gegenseitig im Wege stehen.

Gesetz und Gerechtigkeit Weiterlesen »

Das andere Leben

In mir stehen Räume leer, für die ich ein anderes Leben bräuchte. Vor den Fenstern liegt die Ferne, die ich mir längst ausgeredet habe. Tagsüber halte ich die Türen geschlossen. Es zieht sonst durch alles Erreichte. Im Schlaf passt mein Körper durch die schmalste Hoffnung. Barfuß bin ich dem Leben näher, das ich niemandem versprochen

Das andere Leben Weiterlesen »

Selbstportrait

Hier habe ich zu fest aufgedrückt. Die Wut ist längst vorbei. Die Spur bleibt. Dort wollte ich verschwinden. Ich nahm die Farbe der Tapete an und wurde gut darin, übersehen zu werden. Dann kam dieses unverschämte Gelb. Ich weiß noch: Es gab keinen vernünftigen Grund, glücklich zu sein. Ich war es trotzdem. Am Rand beginnt

Selbstportrait Weiterlesen »

Wüstenscchiff

Obwohl es weder Back-noch Steuerbord kennt, der Mensch das Kamel scherzhaft Wüstenschiff nennt, über das er als Reit- und Lasttier verfügt, da es sich mit sparsamer Nahrung begnügt. Das Kamel auch den schlimmsten Durst übersteht, wenn es schwer beladen durch die Wüste geht, empfindet brütende Hitze nicht als Qual und besitzt eine gute Arbeitsmoral. Doch

Wüstenscchiff Weiterlesen »

Der trügerische Trost

Dein Leben schreitet durch gedämpften Schein, die alten Dämonen schleichen still hinein. Die Welt, ein Spiel aus falscher Nacht und Licht, verspricht dir Halt und lässt dich doch im Stich. Du greifst nach Rausch, nach einer kurzen Ruh, du lauschst den Lügen, und sie sprechen zu. Sie flüstern Trost und nehmen heimlich mehr, am Ende

Der trügerische Trost Weiterlesen »

Die Faszination des Autoritären

„Die Faszination des Autoritären“ (Zitat von Friedrich Merz, 20.09.2026)* Ein wüster Wind weht durch die Welt, durchströmt auch uns und die Nation: Autoritäres nun wieder gefällt, mit fesselnder Faszination. Seid ihr verrückt, habt ihr vergessen: Den autoritären Vater, der euch erzog, den Lehrer, der euch verbog? Den autoritären Coach, der euch trainiert‘, den Chef, der

Die Faszination des Autoritären Weiterlesen »

Goldener Mond

Wenn die Straße im Dunkel schweigend versinkt und die Kälte durch Mantel und Glieder dringt, steht am Rande der Nacht ein sanfter Schein, lädt der Goldene Mond zur Einkehr ein. Ich blickte hinauf in das schwärzeste Blau und malte mir aus, wie er leuchtet genau. Ein Mond, nicht aus Silber, nicht frostig und kalt, ein

Goldener Mond Weiterlesen »

Dressur

Eine Attraktion ist die Dressur mit möglichst großen und wilden Tieren, die entgegen der tierischen Natur einem mutigen Dompteur parieren. Doch der Mensch nicht allein Tiere dressiert, mit seinesgleichen auch oft so umspringt, immer wieder zum „Menschendompteur“ wird, der anderen seinen Willen aufzwingt.

Dressur Weiterlesen »

Mondmeer

Dort angekommen, würden wir uns nach der Erde sehnen. Das Blau. Die Wolken. Regen auf ungeschützter Haut. Diese Stille aus erstarrter Lava. Darüber der schwarze Himmel. Unser Blick verhungert an der Weite. Am Grund des Mondmeers wären wir Schiffbrüchige.

Mondmeer Weiterlesen »

Seifenblasen

Ein Kind lässt Seifenblasen steigen. Der Wind trägt sie zum Wasser hin. Das Ufer mit den Weidenzweigen spiegelt sich mit uns darin. Ein Haus wird rund, ein Baum steht schief. Die Brücke zieht im Wind vorbei. Der Fluss, zuvor noch breit und tief, schwebt mit – dann bricht das Bild entzwei. Es platzt die zweite.

Seifenblasen Weiterlesen »

Arbeit adelt

Zu den pflichtbewussten Menschen er gehört, jegliche Art von Faulheit ihn mächtig stört. Keiner Arbeit dieser Mensch aus dem Weg geht, selbst wenn es sich um schwere Knochenjobs dreht. Jederzeit man sich auf ihn verlassen kann, bietet ohne Aufforderung Hilfe an. Sieht seine Arbeit nie als lästige Pflicht, dass „Arbeit adelt“ hat für ihn stets

Arbeit adelt Weiterlesen »

Rauch und Sehnsucht

Vieles hat man dir genommen, was verloren schien so lang; im Rauch bist du dir neu entglommen, als ein neuer Traum begann. Du nimmst den letzten Zug im Schweigen, die Sehnsucht hebt zum Flug sich an; als würden ferne Sterne steigen und wiesen dir die stille Bahn. Zurück bleibt mancher alte Schmerz, verblasst im Dunst

Rauch und Sehnsucht Weiterlesen »

Der Pelzmantel

Mutter äußerst stolz den neuen Pelzmantel trägt, sich wie eine Diva in dem Gewand bewegt. Ihr kleiner Sohn, ein durchaus aufgeweckter Wicht, altklug und in vorwurfsvoller Art zu ihr spricht: „Dem armen Vieh hat es doch sicher nicht gepasst, dass du von ihm den Pelzmantel bekommen hast.“ Die entsetzte Mutter nun vor Scham rot anlief

Der Pelzmantel Weiterlesen »