Allgemein

Hoffnung und Glaube

Des Menschen Zeit hier auf der Erden Nicht allzu lang bemessen ist. Was soll denn einmal aus uns werden, Wenn diese Frist vergangen ist? Der Glaube hilft bei dem Gedanken an diese kurze Erdenzeit. Der Glaube, dass uns keine Schranken abhalten von Unendlichkeit in Gottes ewig gutem Reich. Doch vor dem Schlusspunkt hier auf Erden […]

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Unversehrt

Der Kuchen ist unversehrt. Das ist das Traurigste. Keine Gabelspur, kein schiefer Schnitt, kein Finger im Zuckerrand. Nur ich am Tisch, zu wenig Anlass für Besuch, zu viel Mensch für diese Stille. Die Kerze liegt daneben, noch weiß, noch nutzlos, ein kleines Versprechen, das niemand einlöst.

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Das Fußballfiasko

Wenn die nackte Theorie auf die unbarmherzige Realität des Rasens prallt, nützt auch der dümmste Spruch nichts. Julian Nagelsmann trat an, als der „große mathematische Architekt“ des deutschen Fußballs; ein Meister der der geschwollenen Taktik-Phrasen. Er wollte das Spiel berechenbar machen, groß es in starre, logische Bahnen lenken, und vergaß dabei das Wesentliche: Den lebendigen

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Gezecht im Blauen Hecht

Im blauen Hecht gezecht ein Mann an Bier und Schnaps so viel er kann, hat dann gezahlt trat vor das Tor das Gleichgewicht darauf verlor. ————- Er fällt dann auf die Straße hin die frische Luft raubt ihm den Sinn, dort liegt er seit zwei Stunden schon ist ausgesetzt dort Spott und Hohn. ————— Zwei

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Gaststätte Eiche

Ich habe heute frei die Wahl und betrete den fremden Saal. Ich kehre in die „Eiche“ ein bei mattem, abendlichem Schein. Ich schaue mich in Ruhe um, beobachte das Publikum. Hier gehen Menschen ein und aus, doch einige fühlen sich nicht zu Haus. Es bleibt so mancher einsam stehn, wird kaum beachtet, übersehn. Ein lauter

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Der falsche Abend

Sie trat herein mit leichtem Schritt, ein Lächeln nahm den Raum schon mit. Ein Blick genügte, still und klar, als ob der Abend freundlich war. Wir stießen an mit einem Bier, sie blieb ganz selbstverständlich hier. Wir lachten viel, die Zeit verging, weil uns ein tiefes Wort umfing. Ich dachte leis: Wer weiß, vielleicht hat

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Der verlorene Weg

Ein wilder Sturm aus Angst und Zorn, verloren ging der eigne Born. Die Antenne brach – der stumme Beginn, dann schwand die Liebe, zerschnitten im Sinn. Eifersucht flackerte, Alkohol entbrannte, ein Zündfunke, der nur Asche kannte. Die Hände spürten Gewalt, kein Wort, das Herz war zerbrochen, verstummt und fort. Handeln vor Denken – ein tödliches

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Der fiese Dauergast

Der Sommer steht in meinem Flur und sagt: „Ich bleib‘ nun ein paar Wochen.“ Ich starre auf die Wetteruhr. Er setzt sich frech auf meine Knochen. Er hängt sein Hemd an meinen Schrank und fragt, ob ich noch Eis besitze. Er trinkt mein Wasser ohne Dank. Ich sage: „Nein“. Er sagt: „Ich schwitze.“ Er sitzt

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Die Kunst der Anziehung

In schimmerndem Stoff, im Licht fast aus Glas, tritt sie hervor, und erst im Nähersein wird klar, dass unter dem sanften Glanz der Hülle ein Funke lodert, wild und voller Wille. Sie führt das Spiel mit ruhiger Hand, hat jede Regung, jedes Verlangen erkannt. Kein Schritt ist Zufall, kein Blick je verschenkt — sie formt

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Kein Wind

Kein Wind. Nur diese große, helle Faust über den Dächern. Der Nachmittag kniet und kommt nicht wieder hoch. Fenster blenden. Die Vorhänge hängen reglos, als hätten sie das Wehen verlernt. Asphalt atmet Teer. Kein Blatt wagt eine Geste, kein Vogel schneidet durch den Himmel. Auch ich bin kaum noch Bewegung. Nicht aus Frieden, nicht aus

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Monologe im Wind

Ich schreibe meine Zeilen auf Inseln tief im Netz, wo Worte kurz verweilen und man auf Echos setzt. Doch manche bauen Hallen aus Versen, starr und dicht, sie lassen Riegel fallen und meiden fremdes Licht. Sie künden nur von Pflichten, von Ordnung, Sinn und Ziel, doch statt uns aufzurichten, bleibt es ein starres Spiel. Ich

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Brauchbare Stapel

Die Kinder sind ausgezogen. Das Zimmer hat es noch nicht begriffen. Unter dem Fenster liegt ein Ball, weich geworden vom Alter, als hätte auch er zu lange gewartet. Wir heben still Dinge auf, als wären sie noch warm vom Spiel, als stürzte gleich ein Kind herein atemlos, mit roten Wangen. Wir öffnen Schubladen. Darin: Kreidebrösel,

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Rentner

Ja, ich bin Rentner und meine letzten Berufsjahre waren nicht leicht! Ja, ich bin Rentner und letztendlich habe ich dieses Ziel erreicht! All die Demütigungen und Altersdiskriminierungen sind vorbei, ich bin jetzt endlich unabhängig und frei. Für mich beginnt ein neues Leben ohne Unterordnung, Hast und Streben. Ich habe jetzt Zeit für sehr viele Sachen

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Fast Liebe

Die Bank am Fluss ist leer. Früher saß hier der Tag mit nassen Schuhen, zerzaust vom Wind, voller Stimmen und Sommer auf nackten Armen. Jetzt: nur der Fluss. Er zieht vorbei, als wüsste er alles und müsste nichts sagen. Neben mir atmet das Holz die Hitze aus. Kein Mensch. Kein Ruf. Nur Wasser, das weitergleitet,

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Unter der Haut

Hoffnung, zu lange offen, wird wund. Sie sitzt unter der Haut, klein genug, um nicht entfernt zu werden, groß genug, um jeden Atemzug zu kennen. Du gehst durch den Tag mit geschlossenem Gesicht. Innen pocht etwas weiter. Nicht Zukunft. Nicht Trost. Nur diese eine Stelle, die nicht heilt, weil etwas in ihr weiter blutet.

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Anders

Ich bleibe nicht lange, sagt die Tochter. Der Satz stellt sich mit schmutzigen Schuhen auf den Teppich. Die Mutter nickt. Vor ihr sitzt eine Frau mit Kalender im Blick, mit einer Tasche auf den Knien, mit höflichen Händen. Aber in der Mutter rennt noch ein Mädchen durch den Flur, barfuß, klebrig vom Sommer, unsterblich vor

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Besser reizvoll als gereizt

Bei manchen Menschen man die Freundlichkeit vermisst, ihre einzige Freude schlechte Laune ist. Ihren Mitmenschen kein freundliches Wort gönnen, sich einfach nicht anständig benehmen können, aufgebracht und überempfindlich reagieren, schon bei Kleinigkeiten die Nerven verlieren. Nur die eigene Meinung sie gelten lassen, haben nicht die Fähigkeit sich anzupassen. Die Hilfsbereitschaft bei ihnen hinten ansteht, sind

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Im eigentlichen Leben

Im eigentlichen Leben wird Tätern der Schutz gegeben, der eigentlich den Opfern zusteht, bei diesen dieser jedoch ganz schnell vergeht. Im eigentlichen Leben wird von der Frage der Glaubwürdigkeit so mancher Täter befreit – vom Opfer verlangt man, dass es verzeiht. Im eigentlichen Leben erhalten die Täter nicht nur regelmäßig Speis´ und Trank… das Opfer

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Ausbeutung

Bekanntlich sind alle Menschen gleich, doch einige wenige sind gleicher. So ist nur ein kleiner Teil steinreich, die Armen werden immer zahlreicher. Während das Vermögen der Reichen steigt, man Arme gerecht zu entlohnen vergisst, kaum soziale Verantwortung zeigt, die Ausbeutung der Ärmsten unmenschlich ist. Die Bezahlung unter der Tarifnorm liegt, Gewinne stets im Vordergrund stehen.

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