Allgemein

Unverlangt

Du hast mir den schönsten Satz aus deinem Traum aufgehoben. Dabei war ich nicht einmal darin. Jetzt dieser Überschuss mitten am Dienstag. Ich gehe zur Haltestelle und könnte jedem Umweg etwas abgewinnen. Sogar das Warten darf dauern. Ein Bus fährt vorüber. In seinen Scheiben zieht der Himmel mit. So viel, das mir nicht gehört und […]

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Ein Wort ein Lächeln

Wenn wir uns Zeit, im Leben schenken, und nicht nur hastig, weiterlenken, wenn einer innehält, und lauscht, spürt er wie schnell, das Leben rauscht. ———————- Ein Wort, ein Lächeln, still gegeben, kann oftmals helfen, uns im Leben. So Menschen, anderen Menschen nah, so ist das Leben, wunderbar. ——————— Solch Augenblick, so zart und leise, der

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In deiner Gegenwart

Du erzählst von mir. Ich war dabei. Trotzdem möchte ich dich unterbrechen. So war ich, sage ich. Du hörst das kleine Wort nicht. Später bestellst du für mich das Übliche. Ich lasse dich noch den Satz beenden. Dann wähle ich etwas anderes. Du fragst, seit wann. Ich weiß nur, wie lange ich gewartet habe, es

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Profitable Bildung

Wenn der Mensch die Bildungslücken schließt, ein höheres Ansehen genießt. Folglich komplizierte Dinge dann, klar und verständlich erklären kann. Der Mensch sogar als gebildet zählt, wenn ihm ein gewisses Wissen fehlt, er dennoch mühelos und mit Fleiß, möglichst rasch findet, was er nicht weiß. Doch mancher „Bildungsspezialist,“ ein nervender Besserwisser ist. Wissen anderer in Frage

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Schicksalshilfe

Auch wenn man die Augen immer offen hält, sich jeder Herausforderung tapfer stellt, fleißig und voller Selbstbewusstsein agiert, nicht alles von vornherein stets klappen wird. Häufig das ins Auge gefasste nur glückt, wenn das Schicksal auch mal ein Auge zudrückt.

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Co!

Co! Trinkt massiv. Er ist krank. Die Ehefrau mit sich im Zank. Leidet sehr. Wie so oft. Doch im Stillen mehr erhofft. Weg gesucht. Für sich allein. Muss ihn lassen in der Pein. Eigenschutz. Hartes Doch. Will für sich aus dem Joch. Bernd Tunn Tetje

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Besuchszeit

Der Fluss nahm dem Jungen den Atem und für einige Minuten auch seinen Namen. Als man ihn ans Ufer zog, hatte sein Körper die Zeit bereits verlassen. Fremde Hände drückten sein Herz zurück in den Takt der Uhren. Wochen später stand er wieder im Garten, ein Pflaster im Gesicht, das Alphabet auf den Lippen. Nur

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Dienstkleidung

Die Vita sitzt faltenlos. Das Lächeln erfüllt alle Voraussetzungen. Im Saal wird auf den Erfolg angestoßen, als wäre Scheitern nur schlechte Planung. Zwischen zwei Reden kündigt der Körper die Zusammenarbeit. Kalter Boden. Hände ohne Aufgabe. Ein Herz, das keinen Beifall versteht. Auf dem Waschbecken leuchten Glückwünsche auf. Minuten später kehrt das Lächeln an seinen Arbeitsplatz

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Wo wir sie uns reichen

Hände sind auch Stimme und Blick sind Pflicht freier Wille erzeugen Schmerz großes Glück hantieren laut wirken in der Stille sind schreibende Gesellen als Werkzeug ein Juwel voll Freud und Eifer oder stumpf nur auf Befehl gestikulieren in eigener Art vehement verhalten erweisen sich als grob als zart in ihrem Tun und Gestalten. Alles Werten

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Lektüre

Zwei junge Männer lagen aufgeschlagen auf den Tischen, der eine seit Jahrhunderten untröstlich, der andere zwei Jahrhunderte jünger, nicht weniger verloren. Die Klasse prüfte ihr Leiden, fand es weich, lächerlich. Mimosen. Unter blauem Haar hob sich ein Gesicht. Eine Stimme stellte sich zwischen das Gelächter und die Bücher, verteidigte beide mit einer Heftigkeit, die bis

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Übermalung

Fünf Jahre lang trocknete die Zukunft in dünnen Schichten: weiße Säle, Blitzlicht, der eigene Name im gedämpften Raunen. Dann ein grauer Umschlag, höflich verschlossen. Ein paar Sätze, leicht genug für ein Blatt, schwer genug, alle Farben kippen zu lassen. Unter dem Dach wartete das Bild. Plötzlich traten daraus hervor: die Mühe, die Enge, der schlecht

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Hausordnung für Besucher

Liebe(r) Besucher, Dieses Haus hat keine Ordnung. Es ist Staub auf den Schränken, Hundehaare in den Ecken, Fingerabdrücke auf den Fenstern, Werkzeuge, für offene Baustellen, Spielzeuge überall. Wenn Du das siehst und dich unwohl fühlst, darfst du jederzeit gehen und nie wieder zurückkehren. Du hast Erwartungen, wie wir LEBEN SOLLEN, die wir nicht erfüllen WOLLEN.

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Wie ein leiser Strom

Ein Wort genügt, um Licht zu schenken, ganz ohne Prunk, ganz ohne Schein. Man muss Gedanken gar nicht lenken, sie dürfen einfach nur wahr sein. Wer Gutes tut, macht es oft leise, ein lautes Urteil aus der Welt. Die Stille reicht auf ihre Weise, die tröstend uns zusammenhält. Was zählt, ist nie der fremde Sinn,

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Die missglückte Rede

Ein Mensch rhetorisch ganz gezielt, eine flammende Rede hielt, sich zum Wortakrobat machte, Weisheiten an den Mann brachte. Nur Neunmalkluges er erzählte, das Trommelfell der Hörer quälte. Obwohl mancher die Worte toll fand, dennoch keiner sie so recht verstand. Sehr schnell hat man dann kapituliert, das Geschwafel war zu kompliziert, die richtige Entscheidung fällte, seine

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Die Liaison

Ein Igel auf Freiersfüßen wandelte und mit einem kessen Schwein anbandelte. Der süßen Sau dann Komplimente machte, so seine Verliebtheit zum Ausdruck brachte. Da das Schwein von dem Werben angetan war, wurden die Beiden im Nu ein Liebespaar. Eine wunderbare Liaison anfing, ihr Himmel natürlich voller Geigen hing. Sie hatten nur noch Augen für sich

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Überschätztes Können

Auf den wichtigsten Posten sitzen häufig Vollpfosten, die vor nichts zurückschrecken und den Eindruck erwecken, selbst sehr brisante Themen rasch in Angriff zu nehmen. Und hoffen, dass es gelingt, man großen Erfolg erringt. Doch im realen Leben, wenn´s schwierig wird, aufgeben. Versprechen oft nicht halten, dabei den Grips ausschalten. Sich dennoch arg aufblasen, antworten meist

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Aufenthaltsort

Die Frau wohnt nachts in einem Bus. Alle siebenundvierzig Minuten kommt ihre Wohnung am selben Bahnhof vorbei. Sie kennt jede Kurve, die Ampel mit dem langen Rot, das Geräusch der Türen vor dem Öffnen. Manchmal steigt ein Kontrolleur ein. Dann zeigt sie ein gültiges Ticket für eine Fahrt, die nirgends enden darf. Um vier Uhr

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Der Geduldsfaden

Die Ungeduld geht dir oft auf den Geist, so dass dir nun der Geduldsfaden reißt, den du mit deiner arg stressigen Last, ganz gewaltig überstrapaziert hast. Dennoch solltest du jetzt nicht aufgeben, weiterhin deine Ziele anstreben. Dich immerzu ruhig und gelassen, deiner gestressten Lage anpassen. Wenn du den Faden durchs Nadelöhr ziehst, alle Belastungen nun

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Die Null

Menschen, die nie was auf die Reihe kriegen, werden Nieten und Versager genannt, nicht im Trend der Leistungsgesellschaft liegen und sind als nutzlose Nullen bekannt. Doch wer Nullen mit den Nutzlosen gleichsetzt, hat sich mathematisch gründlich geirrt, den Sinn der Nullen hochnäsig unterschätzt und schon die Grundrechenart nicht kapiert. Das Nullen daher keineswegs nutzlos sind,

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Inselfahrt!

Postmanns Pflicht! Inselfahrten Postmanns Pflicht. Dunkel doch nimmt die Sicht. Mystik schwebt um den Kahn. Ungut lebt den dunklen Wahn. Schiff versinkt bei tiefer Ruhe. Leise dümpelt Schiffers Truhe. Diesmal geht es nicht zurück. Ein neues Kreuz so bedrückt. Bernd Tunn Tetje Bild: Bing KI

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