Unruhe
sie rollt auf mich zu sie wird immer schneller das macht mir schon Angst. Wind, Weite, Wasser und Meer sind so weit entfernt von mir – wie die Freiheit .
sie rollt auf mich zu sie wird immer schneller das macht mir schon Angst. Wind, Weite, Wasser und Meer sind so weit entfernt von mir – wie die Freiheit .
Vom Paradies blieb nicht viel. Nur Sterne, diese kleinen glühenden Stecknadelköpfe im Mantel der Nacht. Nur Blumen, die morgens aus der Erde kommen, als hätte jemand Farbe vergraben. Und Kinderaugen. Offen wie Fenster in einem Haus, das noch nichts fürchtet. Sie sehen einen Käfer und meinen: Wunder. Sie sehen Seifenblasen und meinen: der Atem ist
Das unverschlossene Tor Weiterlesen »
Des Menschen Zeit hier auf der Erden Nicht allzu lang bemessen ist. Was soll denn einmal aus uns werden, Wenn diese Frist vergangen ist? Der Glaube hilft bei dem Gedanken an diese kurze Erdenzeit. Der Glaube, dass uns keine Schranken abhalten von Unendlichkeit in Gottes ewig gutem Reich. Doch vor dem Schlusspunkt hier auf Erden
Hoffnung und Glaube Weiterlesen »
Der Kuchen ist unversehrt. Das ist das Traurigste. Keine Gabelspur, kein schiefer Schnitt, kein Finger im Zuckerrand. Nur ich am Tisch, zu wenig Anlass für Besuch, zu viel Mensch für diese Stille. Die Kerze liegt daneben, noch weiß, noch nutzlos, ein kleines Versprechen, das niemand einlöst.
Wenn die nackte Theorie auf die unbarmherzige Realität des Rasens prallt, nützt auch der dümmste Spruch nichts. Julian Nagelsmann trat an, als der „große mathematische Architekt“ des deutschen Fußballs; ein Meister der der geschwollenen Taktik-Phrasen. Er wollte das Spiel berechenbar machen, groß es in starre, logische Bahnen lenken, und vergaß dabei das Wesentliche: Den lebendigen
Das Fußballfiasko Weiterlesen »
Im blauen Hecht gezecht ein Mann an Bier und Schnaps so viel er kann, hat dann gezahlt trat vor das Tor das Gleichgewicht darauf verlor. ————- Er fällt dann auf die Straße hin die frische Luft raubt ihm den Sinn, dort liegt er seit zwei Stunden schon ist ausgesetzt dort Spott und Hohn. ————— Zwei
Gezecht im Blauen Hecht Weiterlesen »
Ich habe heute frei die Wahl und betrete den fremden Saal. Ich kehre in die „Eiche“ ein bei mattem, abendlichem Schein. Ich schaue mich in Ruhe um, beobachte das Publikum. Hier gehen Menschen ein und aus, doch einige fühlen sich nicht zu Haus. Es bleibt so mancher einsam stehn, wird kaum beachtet, übersehn. Ein lauter
Gaststätte Eiche Weiterlesen »
Sie trat herein mit leichtem Schritt, ein Lächeln nahm den Raum schon mit. Ein Blick genügte, still und klar, als ob der Abend freundlich war. Wir stießen an mit einem Bier, sie blieb ganz selbstverständlich hier. Wir lachten viel, die Zeit verging, weil uns ein tiefes Wort umfing. Ich dachte leis: Wer weiß, vielleicht hat
Der falsche Abend Weiterlesen »
Ein wilder Sturm aus Angst und Zorn, verloren ging der eigne Born. Die Antenne brach – der stumme Beginn, dann schwand die Liebe, zerschnitten im Sinn. Eifersucht flackerte, Alkohol entbrannte, ein Zündfunke, der nur Asche kannte. Die Hände spürten Gewalt, kein Wort, das Herz war zerbrochen, verstummt und fort. Handeln vor Denken – ein tödliches
Der verlorene Weg Weiterlesen »
Der Sommer steht in meinem Flur und sagt: „Ich bleib‘ nun ein paar Wochen.“ Ich starre auf die Wetteruhr. Er setzt sich frech auf meine Knochen. Er hängt sein Hemd an meinen Schrank und fragt, ob ich noch Eis besitze. Er trinkt mein Wasser ohne Dank. Ich sage: „Nein“. Er sagt: „Ich schwitze.“ Er sitzt
Der fiese Dauergast Weiterlesen »
In schimmerndem Stoff, im Licht fast aus Glas, tritt sie hervor, und erst im Nähersein wird klar, dass unter dem sanften Glanz der Hülle ein Funke lodert, wild und voller Wille. Sie führt das Spiel mit ruhiger Hand, hat jede Regung, jedes Verlangen erkannt. Kein Schritt ist Zufall, kein Blick je verschenkt — sie formt
Die Kunst der Anziehung Weiterlesen »
Kein Wind. Nur diese große, helle Faust über den Dächern. Der Nachmittag kniet und kommt nicht wieder hoch. Fenster blenden. Die Vorhänge hängen reglos, als hätten sie das Wehen verlernt. Asphalt atmet Teer. Kein Blatt wagt eine Geste, kein Vogel schneidet durch den Himmel. Auch ich bin kaum noch Bewegung. Nicht aus Frieden, nicht aus
Die Sonne hängt tief wie ein glühendes Bügeleisen. Der Asphalt träumt von Wasser und bekommt nur Staub. Wir gehen durch den Tag wie durch ein brennendes Glashaus, lautlos, heißgemangelt, mit Augen voller Salz.
Augen voller Salz Weiterlesen »
Ich schreibe meine Zeilen auf Inseln tief im Netz, wo Worte kurz verweilen und man auf Echos setzt. Doch manche bauen Hallen aus Versen, starr und dicht, sie lassen Riegel fallen und meiden fremdes Licht. Sie künden nur von Pflichten, von Ordnung, Sinn und Ziel, doch statt uns aufzurichten, bleibt es ein starres Spiel. Ich
Monologe im Wind Weiterlesen »
Die Kinder sind ausgezogen. Das Zimmer hat es noch nicht begriffen. Unter dem Fenster liegt ein Ball, weich geworden vom Alter, als hätte auch er zu lange gewartet. Wir heben still Dinge auf, als wären sie noch warm vom Spiel, als stürzte gleich ein Kind herein atemlos, mit roten Wangen. Wir öffnen Schubladen. Darin: Kreidebrösel,
Brauchbare Stapel Weiterlesen »
Ja, ich bin Rentner und meine letzten Berufsjahre waren nicht leicht! Ja, ich bin Rentner und letztendlich habe ich dieses Ziel erreicht! All die Demütigungen und Altersdiskriminierungen sind vorbei, ich bin jetzt endlich unabhängig und frei. Für mich beginnt ein neues Leben ohne Unterordnung, Hast und Streben. Ich habe jetzt Zeit für sehr viele Sachen
Die Bank am Fluss ist leer. Früher saß hier der Tag mit nassen Schuhen, zerzaust vom Wind, voller Stimmen und Sommer auf nackten Armen. Jetzt: nur der Fluss. Er zieht vorbei, als wüsste er alles und müsste nichts sagen. Neben mir atmet das Holz die Hitze aus. Kein Mensch. Kein Ruf. Nur Wasser, das weitergleitet,
Hoffnung, zu lange offen, wird wund. Sie sitzt unter der Haut, klein genug, um nicht entfernt zu werden, groß genug, um jeden Atemzug zu kennen. Du gehst durch den Tag mit geschlossenem Gesicht. Innen pocht etwas weiter. Nicht Zukunft. Nicht Trost. Nur diese eine Stelle, die nicht heilt, weil etwas in ihr weiter blutet.
Ich bleibe nicht lange, sagt die Tochter. Der Satz stellt sich mit schmutzigen Schuhen auf den Teppich. Die Mutter nickt. Vor ihr sitzt eine Frau mit Kalender im Blick, mit einer Tasche auf den Knien, mit höflichen Händen. Aber in der Mutter rennt noch ein Mädchen durch den Flur, barfuß, klebrig vom Sommer, unsterblich vor
Bei manchen Menschen man die Freundlichkeit vermisst, ihre einzige Freude schlechte Laune ist. Ihren Mitmenschen kein freundliches Wort gönnen, sich einfach nicht anständig benehmen können, aufgebracht und überempfindlich reagieren, schon bei Kleinigkeiten die Nerven verlieren. Nur die eigene Meinung sie gelten lassen, haben nicht die Fähigkeit sich anzupassen. Die Hilfsbereitschaft bei ihnen hinten ansteht, sind
Besser reizvoll als gereizt Weiterlesen »