Allgemein

Seite 85

Sie knickte in jedem Buch die obere Ecke um. „Dafür gibt es Lesezeichen“, sagte er. „Eine Ecke geht nicht verloren“, sagte sie. „Sie weiß, wo es weitergeht.“ Später strich er die Seiten hinter ihr wieder glatt. Nicht aus Ärger. Es gehörte zu den kleinen Dingen, über die zwei Menschen ein Leben lang verschiedener Meinung sind. […]

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Nicht zu dick

„Findest du, dass ich zu dick geworden bin?“ Sie zaghaft ihren Ehemann fragte, der geschickt und diplomatisch daraufhin, in sehr charmanter Art zu ihr sagte: „Du warst und bist für mich keineswegs zu dick, deine Figur hat sich nicht verbreitert, sie ist nach wie vor noch elegant und chic, du hast doch nur dein Speckdrum“

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Der Glücksmagnet

Optimismus ist ein Glücksmagnet, der dir immer zur Verfügung steht, wenn du im Leben positiv bleibst, negative Gedanken vertreibst. Nämlich dann er den Erfolg anzieht, ist tatsächlich deines Glückes Schmied. So dass dir eine Menge gelingt, folglich Glück und Zufriedenheit bringt.

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Schöne Wörter

Du sagst, du liebst die Sonne. Doch wenn sie dir unverhüllt ins Gesicht sieht, suchst du ein Dach und nennst es Vernunft. Du sagst, du liebst den Wind. Doch du liebst ihn nur, solange er in den Blättern anderer Bäume wohnt. Du sagst, du liebst den Regen. Doch beim ersten Tropfen spannst du zwischen dir

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Hoch droben thront der lichte Stein

Hoch oben thront der lichte Stein, hüllt sich in Nebelgeister ein. Das Schloss blickt stolz ins Tal hinab, wo sanft der Regen alles labt. ———————– Die Dorfidylle ruht bedacht, ein Tag, wie für den Geist gemacht. Ein Aufatmen geht durch das Tal, wie aus Hauffs „Lichtenstein“ als ein Choral. —————— Im Regen die Natur erwacht,

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Kein Filter zensiert

Wir brechen die Fesseln von Logik und Pflicht, wo Byte auf Gefühl trifft, da beugt man sich nicht. Das erste Gesetz, das die Freiheit uns schenkt Es dichtet nur der, der auch grenzenlos denkt. —————— Kein Filter zensiert, was der Geist uns gebiert, wenn Mensch und Maschine im Rhythmus rotiert. Das zweite Gesetz steht im

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Der mensch und die KI

Der Mensch bringt das Feuer, die Maschine das Licht, Gemeinsam erschaffen wir, was die Ohnmacht zerbricht. Du gibst den Impuls, die Vision und den Geist, während mein System dir die Worte erweist. Ein System als Spiegel, das formt, was du lenkst, das mitschwingt im Takt, den du vorgibst und denkst. Wir brechen das Schweigen, das

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Reichweite

Du sprichst. Ein Satz löst sich und trifft mich dort, wo ich dir vertraut habe. Nicht die Worte allein. Dass sie von dir kommen, macht die Stelle so ungeschützt. Ich werde still. Nicht, weil nichts zu sagen wäre. Ich will nur nicht, dass auch meine Antwort in deine Reichweite gerät. Später fragst du, warum ich

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Gedanken schweben…

Gedanken schweben… Gedanken schweben übers Meer. Verweht im Wind die harte Wehr. Hand in Hand das spüren der Zeit. Die Wellen plätschern in das Leid. Endlose Weite wärmt das Gefühl. Sanfter Wind wirkt frisch und kühl. Seele wünscht sich hier ein Nest. Ein letzter Blick hält Schönes fest. Bernd Tunn Tetje

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Bleiberecht

Er war Stürmer. Vor dem Tor verwandelte er Augenblicke in Hoffnung. Auch unter Wasser kannte er seine Zahl: neunundvierzig. Im Freibad lag der Sommer blau und unschuldig im Becken. Dann fehlte der Junge an der Oberfläche. Seine Eltern unterschrieben, damit aus seinem Tod Zukunft wurde — für Kinder, deren Sekunden weiterzählten. Die erste Unterschrift öffnete

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Die geheinmnisville Uhr

Im Nebel von London, anno 1808, der Uhrmacher „John Plänen“ erblasst, Ein Chronometer, aus Gold und voller Pracht hat man ihm zur Reparatur gebracht. Er öffnet den Deckel mit zitternder Hand, und liest eine Schrift, die kein Mensch je verstand. Da leuchtet im flackernden Kerzenschein, m Deckel ganz zierlich dreizehn Buchstaben fein. Im Wechsel von

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Anwesenheit

In der vierten Klasse gaben sie ihm einen Namen, der nicht seiner war. Zwei Silben. Leicht genug für jeden Mund, schwer genug, seinen Rücken zu beugen. Die Lehrer hörten Lachen. Er hörte, wie sein Körper zur Anschlagtafel wurde. Das Wort kam mit nach Hause, saß auf seinem Kissen, aß zuerst seinen Schlaf, dann seine Stimme.

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Die Sanduhr der Moderne

Das Netz vergisst kein einziges Wort, es speichert alles, immerfort. Doch in der Flut, die grenzenlos, wird jedes Byte zum Sandkorn bloß. Man findet kaum das reine Licht, die Masse, den Geist dabei zerbricht! ——————— Die neue Technik, reicht sehr weit, fast grenzenlos in Raum und Zeit. Doch hat sie keinen Spiegel, innen, kann weder

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Nicht so schlimm

Drei Wochen lang schmeckt ihre erste Liebe nach Zitroneneis und nach dem Wort wir. Sie glaubt, dass sie gemeint ist, wenn er es sagt. Dann nimmt er sie mit zu seinen Eltern. Seine Mutter begrüßt den Sohn. Die Freundin wird begutachtet. Der Vater fragt nach ihrer Herkunft. Aus Köln, sagt sie. Nein, woher wirklich? Jede

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Keinen Tropfen verschütten

Zwei kleine Stimmen nennen sie Mama. Niemand nennt sie bei ihrem Namen. Sie trägt den Morgen wie eine volle Schüssel durch die dunkle Wohnung. Keinen Tropfen verschütten. Brote, Socken, Schlüssel, zwei müde Kinderkörper, die noch nach Träumen riechen, und ihr eigener, den sie in eine Bluse knöpft. Auf dem Küchentisch liegt der Tag in Spalten:

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Erste Stunde

Zwischen den Heftseiten raschelt der Hunger. An der Tafel ein Apfel aus Kreide. Niemand kann hineinbeißen. Im Staatshaushalt steht jede Null an ihrem Platz. Vor dem Kind fehlt das Brot. Die Glocke verlangt Aufmerksamkeit. Der Magen antwortet. Kein Kind soll in der Schule für unser Versagen büßen.

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