Allgemein

Gott im Schützengraben

(Für all jene, die im Namen des Glaubens ihr Herz verloren) Sie rufen nach Gott, wenn die Kugeln fliegen. Sie danken ihm, wenn der Feind fällt. Doch Gott steht barfuß im Morast der Stille, blickt auf das Werk seiner Kinder – und schweigt. Er ist nicht der Richter, nicht der Scharfrichter, nicht der, der lenkt. […]

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Die verlorene Zeit

Wir, die Gefangenen der verlorenen Zeit, sitzen am Rand unserer Erinnerungen und zählen die Tage, Stattdessen lief es barfuß an uns vorbei — lachend, mit unseren Träumen an der Hand. Ich wünschte, ich wäre ein Kind geblieben, ein Kind in der gottlosen Einsamkeit, — nicht aus Unschuld, sondern wegen der Hoffnung, die damals noch an

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Hoffnung & Schmerz

1. Das Herz – der stille Schmerz Wo Träume sterben, leise, sacht, im Schatten einer durchweinten Nacht, dort wächst ein Same, kaum zu seh’n – Hoffnung, zart wie Morgentau beim Gehen. 2. Das Krankenhaus – der körperliche Schmerz In weißen Fluren, unter Neonlicht, schreit der Körper, doch das Gesicht bleibt ruhig, aus Stahl gemacht. Und

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Macht der Medien

Schlagzeilen schreien schwarz auf weiß, die Wahrheit friert im Dateneis. Ein Klick – und schon zerbricht die Welt im Schein, der uns gefangen hält. Im Netz vermehrt sich Wort um Wort, Gerücht wird Richter, Wut zum Hort. Ein Bild, geschickt und fein verdreht, verweht die Wirklichkeit, die steht. Gesichter lächeln glatt und kühl, verkaufen Angst

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Enttäuschung

Wann enden diese Unmengen an Rückschläge Am Ende fühlt man sich immer so träge Niemand kann einen helfen niemand gibt irgendwelche Ratschläge Doch wie kann so etwas bloß nun enden Muss man drum kämpfen, nachdenken oder keine Zeit verschwenden Wie kann der Schmutz verschwinden von meinen Händen Wann wird man nicht mehr enttäuscht? Lebt die

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Kein dankendes Wort

Er ist ein Mensch, der an andere denkt, Mitmenschen nie egoistisch abhängt, an ihnen trotz ihrer Schwäche festhält, sie weder abschreibt noch ins Abseits stellt. Stattdessen auf sie ganz menschlich zugeht, sowie mit Rat und Tat zur Seite steht. Obwohl er für alledem nichts verlangt, wird ihm sein Verhalten oft nicht gedankt. Ein dankendes Wort

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Würde ist kein Konjunktiv

Gemäß dem deutschen Spracharchiv ist „würde“ immer Konjunktiv. Doch meine Würde, fest und schlicht, beugt sich vor nichts und niemand nicht. „Würde“ ist auch nicht hypothetisch. „Würde“ ist real und stützt uns stetig. Kein „könnte sein“, oder „vielleicht“. Es ist wies ist – das reicht.

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Die Lektion der Nacht

Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an,

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Nur die Stille…

Nur die Stille… Zwischen Steinen schmale Wege. Der Sonnenschein wirkt so träge. Die milde Luft verbreitet Duft. Wildwuchs schützt die kleine Gruft. Dieses Grab verwunschen wirkt. In ihm sich ein Schicksal birgt. Namen sind schon längst vermoost. Nur die Stille spendet Trost. Bernd Tunn Tetje

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Der Strom der Jahre

Ein Strom von Jahren trug mich fort, ich nannte Fleiß und Pflicht mein Licht. Von Seminar zu neuem Ort – doch wirklich sah man mich wohl nicht. Mit Fleiß bestand ich jede Prüfung, die Zeugnisse – fast wie eine Sucht. Doch fand ich keine echte Berufung, Anerkennung nie – nur Flucht. Die Zeugnisse lagen Blatt

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Der Windmacher

Ein Mensch viel Wind bei Entscheidungen macht, häufig alles gewaltig aufbauscht. Hat sich wieder mal Tolles ausgedacht, dabei Wirklichkeit und Traum vertauscht. Mancher ihn für einen Traumtänzer hält, der fern jeder Realität lebt. Drum unweigerlich negativ auffällt, in höheren Regionen schwebt. Dieser realitätsferne Fantast, benimmt sich geradezu weltfremd, in eine fortschrittliche Zeit nicht passt, wichtige

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Kriegsgedicht

Das Buch zernagt vom Social Network Terror. Die Blumenwiesen – Orte der Steinigung. Hart hagelt die Harfe der Zeit. Krieg eruptiert im Wohlstandsland, Blut schießt wie flüssiges Blei durch Straßen. Drohnen reißen den Himmelrücken auf, tückisch-kalt. Wandklage verschleppt die Schreie der Ungesehenen. Windflucht in alle Himmelsarme, halten Atem an. Er betrog mich immer – sein

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Hymne für Gisèle

Man tat dir an, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Schänder war der eigne Mann. Man schlich wie zu geheimem Fest, betäubte dich im Schutz der Nacht. Die Untat stand für jeden fest, und dennoch hat er mitgemacht. Doch du hast dich nicht still

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Hommage an Dieter Rußler

Danke, Dieter — Stimme vor dem Tor, dein Ruf ging weit und klang im Chor. Wo Druck entstand und Gefahr sich ballte, warst du der Ruhepol, der Ordnung entfaltete. Mit sicherem Blick hast du die Kette geführt, laut nach vorn und zurück kommandiert. Wenn Flanken scharf durch den Strafraum zogen, bist du entschlossen den Bällen

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Nachgesang

Die Spieluhr klingt, als wär‘ sie müd‘ vom Leben. Die Ballerina dreht sich leis im Raum. Sie wird niemals wie and’re Tänzer schweben. Das Schweben bleibt ihr unerreichter Traum. Ein feiner Staub legt sich auf ihre Kreise. Die Melodie wird leis‘, ein dünner Klang. Sie dreht sich stumm in immer gleicher Weise, als sei ihr

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Hymne für Gisèle

Man hat dir angetan, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man(n) hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Henker war dein eig’ner Mann. Sie kamen wie zu einem Fest, im Schutz der Tür, im Schutz der Nacht. Und jeder wusste, was er tat, und hat dennoch mitgemacht. Doch du hast dich nicht

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Nach dem Applaus

Ich bin kein Clown. Mein Lachen jongliert mit Wahrheiten, die zerspringen wie Glas. Mein Gewand aus Rauten raschelt leise wie Kulissenstoff, der nicht mehr an Wunder glaubt. Auf meinen Schuhen Staub von tausend Abenden, während draußen die Welt zerfällt. Unter der schwarzen Maske ein Blick, der zu viel gesehen hat. Ich trete hinaus, gebe euch

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Fest im Leben stehen

Er steht fest im Leben und sich bemüht, jederzeit vor Fleiß und auch Ehrgeiz sprüht, kommt trotz dieser Tugenden nicht voran, somit keinen Erfolg verbuchen kann. Pech und Misserfolg ihn stets begleiten, ständig Kummer und Ärger bereiten. Jegliche Lebensfreude nun mal fehlt, die normalerweise zum Standard zählt. Da dieser Mensch sich recht sparsam bewegt, grundsätzlich

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Humor als Schutzschild

Ein Mensch immer im Reinen mit sich lebt, obwohl der Misserfolg oft an ihm klebt. Mancher von oben herab auf ihn schaut, ihm selten mal Positives zutraut. Wird zudem von einigen arrogant, äußerst beleidigend „Loser“ genannt. Bei alledem er sich weder beklagt noch seinen Kopf hängen lässt und verzagt. All dieses Unrecht er locker wegsteckt,

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