TIMO ERTEL

„Der Winter richtet sich ein“

Der Winter richtet sich ein, ganz leis,
legt Schweigen über Feld und Kreis.
Die Wege ruh’n, der Himmel steht,
als hielte Zeit den Atem an und geht.

Der Frost bewacht den stillen Grund,
die Erde schläft zur tiefen Stund’.
Was gestern noch in Hast sich trieb,
liegt nun im Weiß, das alles liebt.

Die Bäume lernen wieder Maß,
verzichten auf ihr Sommergras.
Kein Drängen mehr, kein lautes Streben,
nur stilles Sein im reinen Leben.

So ordnet sich die kalte Macht,
nicht hart, nur klar in ihrer Nacht.
Sie nimmt zurück, was zu viel war,
und macht das Wesentliche wahr.

Denn was der Winter leise tut,
bereitet neues Lebensblut.
Im tiefen Ruhn, im kalten Sein,
richtet schon sich der Frühling ein.

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