Naturgedichte

Warten auf den Morgenwind

Am ersten Hauch des Tages stand ich am stillen Meer. Die Nacht verließ ihr dunkles Lager, und ihre Last war nicht mehr schwer. Ich warte auf den neuen Himmel, auf Wege, die noch unbenannt, auf Wellenlicht, das neu nun schimmert und Sonne, die mich wiederfand. Spürst du, wie sich die Welt erhebt, wenn leise Frühling […]

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Hoffnungen

Dichter vereinigt euch, die Welt gehört der Menschheit, Künstler malt gemeinsam, und ihr Musiker spielt das Lied von unserem Morgen. Schreiben wir alle die alten Worte gegen dunkle Mächte, finden wir uns zusammen in neuen Gedichten, sprechen wir gemeinsam, denn die Wahrheit bahnt sich immer noch einen Weg durch das Dickicht all dieser Lügen, Freiheit

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Meerweh

Häng dein Haar in den Salzwind. Nichts duftet besser als Meer. Barfuß im Sand wie ein Kleinkind lauf‘ den Wellen hinterher. Es spritzt und zischt und tost und schäumt. Davon hast du schon lang geträumt. Du fühlst dich neu, fast schaumgeboren. Du hast dein Herz an das Meer verloren. Geheimnisvoll und wunderschön, so sollen dich

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Frühlingsgefühle

Die Sonne lacht, Ein gold’ner Glanz erwacht, Der Frühlingswind, so sanft durch die Zweige weht, Das Glücksgefühl, das jetzt im Herzen ersteht. Ein wisperndes Lied, das leichte Freude in Herzen bringt, In jedem Blatt, das frisch zum Leben schwingt. Die Bäume rascheln, tanzen im lauen Wind voller Lust, Mit jedem Hauch spür’ ich die Brise

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Am See

Wie schön ist’s am Ufer zu wandern, Im Nebel – den See seh ich nicht. In Gedanken bin ich bei andern, Doch ansprechen muss ich sie nicht. Das Wasser – zu kalt für die Füße, Trotz Nebel die Sonn‘ lacht mich an. Von ferne ich Dich jetzt grüße Und hab meine Freude daran. Des Himmels

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In den Wipfeln

Wer an den Wipfeln, in den Gipfeln, sich vergnügt mit Schnee und Zipfeln, wer dem Wind beim Tanze lauscht, wie er durch die Tannen rauscht, der versteht des Winters Sinn: Nicht Stillstand liegt in ihm, Gewinn. Denn wo das Eis die Formen hält, wird Ordnung in die Welt gestellt. Die Zapfen schwingen silbern sacht, vom

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Winterliebhaber

Wer mag den Winter nicht, der ist um einen Zauber ärmer. Wenn an den Wipfeln leis und licht die silbernen Tannenzapfen wippen, weiß jede Seele, was ihr fehlt. Die Wälder tragen stillen Glanz, kein Blatt, das klagt, kein Ast, der drängt. Im Frost gewinnt die Welt ihr Maß, und alles Überlaute schweigt. Der Schnee legt

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Wintermaß

Der Winter steht. Nicht drohend, nicht verzehrend, sondern sammelnd wie ein Hüter des Wesentlichen. Die Erde hält ihr Wort zurück, die Felder schweigen im klaren Gesetz, und über den ruhenden Linien der Hügel spannt sich das Licht in strenger Milde. Kein Blatt irrt mehr. Kein Wasser eilt. Alles hat sein Maß gefunden im Atem der

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Der Winter denkt nach

Die Kälte denkt: So geht das nicht. Zu viel Gefühl. Zu wenig Licht. Sie ordnet schnell, sie räumt ein wenig, macht die Welt übersichtlich und fröhlich-wenig. Was gestern laut „Ich!“ gerufen hat, liegt heute brav im weißen Spat. Der Frost sagt: „Still jetzt. Erstmal ruh’n. Das Leben hat noch Zeit zu tun.“ Und siehe da:

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Im Licht der Kälte

Die Kälte formt die Welt erneut, nicht feindlich, nein – in stiller Treue. Sie sammelt, was im Sommer streute, und führt es heim ins klare Maß. Die Erde hält den Atem an, als lausche sie dem tiefen Sinn. Im Frost wird jedes Ding sich seiner Grenze, seiner Würde inne. Nicht Tod ist dies, nicht starres

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Im Maß der Kälte

Die Kälte formt die Welten neu, was früher alt, wird heute treu dem stillen Wandel übergeben, der ordnet, prüft und neu lässt leben. Was hart erscheint, ist nur bewahrt, im Frost wird Wesentliches klar. Die Formen schärfen sich im Stillen, wo Kräfte ruh’n statt laut zu drängen. Der Winter trennt, was tragen kann, vom Übermaß,

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Der Lauf

Was hast du denn sportlich geschafft – die Augen, brauen Augen in strahlende Form gebracht. Du kannst nur vermuten, wie schnell alles Graue die unterbuttern; Man brauche keine Hantel, nur Rauschen freudig durch Welt. Die tragen besonderes Licht, Ich glaube Schlitz Zuversicht. Ich fange ganz schnell von der Schwelle in großem und langsamem Schritt bis

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Ausgesetzt

Es besteht aus einem einzigen Blatt, gefaltet entlang klarer Linien. Die Kanten sind scharf. Sie wissen, dass sie es nicht bleiben. Ich setze mein Gedicht aus, denn Schreiben beginnt, wenn es mich verlässt. Für einen Moment ist es unterwegs, solange der Leser noch gnädig bleibt. Wenn es ankommt, war es Glück. Wenn nicht, war es

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Unter Sternen

Meine Seele findet Frieden unter Sternen, wo Lärm und Unrast wie im Traum vergeh’n. Mein Innerstes muss noch das Ruhen lernen. Die Zeit bleibt einfach ohne Regung steh’n. Gedanken lösen sich aus ihren Zwängen. Kein Ziel ruft meinen Namen laut. Ich fühl‘ kein innerliches Drängen. Hab‘ mich dem Himmel wortlos anvertraut. Ich stehe staunend vor

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Schade um den Mond

Wir streiten uns in der Nacht. Worte blitzen auf. Der Zorn glüht nach. Keiner hört zu. Jeder hat recht. Über uns der Mond. Er wandert um den Teich, uns belauschend. Schade um den Mond, er lässt die Sterne so wunderschön tanzen; er verstreut Silber auf den Straßen; er legt einen magischen Glanz auf Dächer und

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Zwischen Gischt und Gesang

Der Sturm erwacht, die Wellen steigen. Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier. Blitze zucken wie zischende Peitschen. Der Salzwind schreit zornig über dir. Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen, die damals nicht nach Hause kamen. Der Wal richtete die Kühnen und Harten für ihre dunklen Greueltaten. Die Männer wurden zu Treibgut im Blau, das

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Zwischen Gischt und Gesang

Der Sturm erwacht, die Wellen steigen. Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier. Blitze zucken wie zischende Peitschen. Der Salzwind schreit zornig über dir. Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen, die einstmals nicht nach Hause kamen. Der Wal richtete sie: die Kühnen und Harten für ihre dunklen Gräueltaten. Die Männer wurden zu Treibgut im Blau,

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