Die Kälte formt die Welt so sacht,
legt Silber auf des Tages Pracht.
Was alt erschien im Sommerlicht,
ruht neu im Frost und klagt sich nicht.
Ein leiser Glanz auf Ast und Stein,
die Zeit scheint still, will anders sein.
Die Formen, die der Wind bewahrt,
erzählen leis, was wesentlich ward.
Der Winter geht mit sanfter Hand,
streicht Übermaß vom stillen Land.
Er lässt, was tragen kann, bestehn,
und lehrt das Herz, im Maß zu gehn.
So wird, was war, nicht fortgetan,
nur neu gefügt im weißen Plan.
Im kalten Licht, so klar, so rein,
darf Wesentliches Wahrheit sein.
Und unter Schnee, im stillen Ruhn,
beginnt schon leises Neu-Sich-Tun.
Was heute schweigt im weißen Kleid,
singt morgen hell zur Frühlingszeit.