Die Sonne hebt ihr mildes Haupt
über taugetränkte Wiesen,
wo still die junge Knospe glaubt,
sich neu dem Licht zu schließen.
Ein Bach trägt silbern durch das Tal
sein leises Neu-Beginnen,
und Lerchen steigen ohne Zahl
in unermüdlich Singen.
Die weiten Fluren grünen klar,
als atme selbst die Erde;
der Märzwind weht noch kühl, doch wahr,
im tastenden Ge-Werde.
O Lenz, du Hoffnung junger Zeit,
du Atem aus den Gründen,
in deinem Licht wird Endlichkeit
sich neu im Blühen finden.
Doch höher noch als Blütenschein
erhebt sich dein Erglühen:
Du rufst das Herz ins Offensein,
ins freie Sich-Bemühen.
Du spannst vom Frost zur Flamme
den Bogen still und weit,
und führst das Menschenherz zusammen
mit Himmel und mit Zeit.
So steigt aus Tal und Aue
ein feierlicher Klang,
als trüge alles Werdende
des Ewigen Gesang.
O Lenz! In deinem Lichte
verliert das Dunkel Macht –
du stellst in offne Geschichte
die Seele neu und sacht.