Die Sonne hebt ihr mildes Haupt
über taugetränkte Wiesen,
wo still die junge Knospe glaubt,
sich neu dem Licht zu schließen.
Ein Bach trägt silbern durch das Tal
sein leises Neu-Beginnen,
und Lerchen steigen ohne Zahl
in unermüdlich Singen.
Die weiten Fluren grünen klar,
als atme selbst die Erde;
der Märzwind weht noch kühl, doch wahr,
im tastenden Ge-Werde.
O Lenz, du Hoffnung junger Zeit –
wie oft hast du versprochen,
dass neues Licht die Dunkelheit
im Herzen ganz zerbrochen?
Doch jedes Grün trägt schon den Hauch
des künftigen Vergehens;
die Knospe weiß – so weiß ich auch –
vom flüchtigen Bestehens.
Der Bach wird weiterziehn ins Meer,
die Lerche wird verstummen;
und was heut blüht, blüht bald nicht mehr
im Lauf der stillen Stunden.
So lächle ich dem Lenz noch zu
mit heiterem Vertrauen –
und spüre doch die leise Ruh
des Abschieds im Erbauen.