Vom langen Grau der Winterzeit
tritt nun das Land ins Helle;
der März zerreißt das Eis der Scheid’
mit milder Sonnenwelle.
Vom Dach rinnt Tau, vom Feld steigt Duft,
der Bach gewinnt an Stimme;
es weitet sich die klare Luft
aus starrer Frostbeklomme.
Die Stadt entlässt aus Glas und Stein
die Menschen in die Weite;
sie treten in das junge Sein
mit hoffnungsvollem Schreite.
Auf Plätzen klingt verhalt’nes Wort,
noch tastend, noch verhalten;
doch Licht und Wind tragen es fort –
es will sich neu gestalten.
Kinder lachen laut im Lauf,
Hunde ziehn an Leinen;
manch müdes Herz blickt staunend auf
zu Auen, die erscheinen.
Die Sonne wärmt nicht nur das Land,
sie rührt an alte Fragen:
Wie fest ist unser Bau aus Sand?
Was wollen wir noch wagen?
Im Märzwind mischt sich Zuversicht
mit leisem Nachbedenken;
der Frühling schenkt uns neues Licht –
doch wir müssen es lenken.
So geh’n wir zwischen Feld und Tor,
im Wandel unsrer Tage;
der März tritt als Erneuerer hervor –
und stellt uns selbst zur Frage.