Es taut im Feld; die Knospe regt sich sacht,
ein Schneeglöckchen hebt sein helles Haupt;
der Lenz tritt leis aus winterlicher Nacht,
als hätt ein stiller Traum die Welt erlaubt.
Ein Krokus glimmt im jungen Wiesengrün,
die Sonne tastet mild den Morgensaum;
ein Schmetterling beginnt im Licht zu ziehn
und weckt im Herzen einen alten Traum.
Im Mai dann blüht der Flieder überm Rain,
ein Duft verweht im warmen Abendwind;
und wer nun lauscht, wird still gewahr und fein,
wie Welt und Seele neu erwachet sind.