TIMO ERTEL

Mitternacht am Bach

Um Mitternacht, wenn still der Atem ruht,
zieht sacht ein Bach durch dunklen Wiesengrund,
als trüg er fort, was schwer im Innern tut,
und spräche leis: „Die Nacht macht alles kund.“
Ein kühler Hauch streift sanft das müde Herz,
der Mond legt still sein Silber auf den Lauf,
und was noch pocht von altem, leisem Schmerz,
löst sich im Fließen langsam in sich auf.
Kein lauter Trost, kein flüchtig helles Wort,
nur Wasserklang, der leise weiterzieht,
und trägt die Last, fast unbemerkt, schon fort,
bis still im Grund ein neuer Rhythmus glüht.
So wirkt die Nacht, nicht hart, doch tief und klar:
Was sich ihr fügt, wird still und tragbar wahr.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Ein Gedicht in Schönschrift publizieren? Nutze den Handlettering-Generator und verwandle dein Gedicht in ein visuell ansprechendes Kunstwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert