Im Lenz, da durch die jungen Zweige
ein goldner Hauch der Sonne zieht,
geht leis durch Flur und stillen Hain
ein kaum vernehmbar Frühlingslied.
Es hebt sich Blatt an zarter Stelle,
noch halb im Traum der kalten Zeit;
und jeder Halm, so licht und helle,
trägt still des Schöpfers Herrlichkeit.
Ein Bächlein spricht mit klarer Stimme,
vom Stein befreit, dem Licht entgegen;
als trüg es aus verborgner Tiefe
des Lebens unerschöpften Segen.
Die Lüfte sind von Duft durchzogen,
ein leises Weben, kaum gedacht;
und überm Wald, in lichten Bogen,
steht Gottes milde Gegenmacht.
O Herz, wirst du im Grünen inne,
wie alles still zum Leben drängt,
dann spürst du, dass im Weltbeginne
sein Atem dich mit allem lenkt.
So wächst im Schauen, still und rein,
die Freiheit, die von innen spricht:
Nicht fern im Sternenzelt allein –
Gott ist im Grün, im Klang, im Licht.