TIMO ERTEL

Maihymne an Eutin

Am See, wo still die Wasser stehen,
tritt Mai in lichtem Atem ein;
die Ufer, die im Winter schwehen,
empfangen nun den goldnen Schein.
Die Sonne hebt sich über Dächer,
durchbricht das Grau mit milder Macht;
und über Gärten, Feld und Fächer
liegt sanft ihr Segen, leis entfacht.
Im Schlosspark regen sich die Bäume,
ein erstes Grün durchzieht den Raum;
als würden alte Frühlingsträume
erneut geweckt aus tiefem Traum.
Ein Vogellaut durchmisst die Weite,
ein Klang, der Herz und Himmel bindet;
und jede leise Frühlingsseite
zeigt, wie sich neues Leben findet.
Der Mai tritt ein in stille Seelen,
nicht laut, doch klar und unverstellt;
er heilt, was Worte nicht erzählen,
und ordnet neu die innre Welt.
O Zeit, die aus der Schöpfung fließet,
die uns in sanfte Bahnen lenkt
wer sich dem Wachsen nicht verschließet,
erfährt, was Gott im Grünen schenkt.

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