Am Eutiner See zur Maienzeit,
da schwingt das Licht in milder Weit;
im blauen Raum, vom Wind bewegt,
liegt still, was Herz und Auge trägt.
Der Steg führt sacht ins Wasser hin,
als trüg er leise Seelen Sinn;
und Welle spricht in sanftem Lauf,
was Worte nicht zu fassen drauf.
Die Häuser ruhn am Ufersaum,
wie Bilder in vertrautem Traum;
ein Turm erhebt sich fern und klar,
als rief er: „Alles bleibt, wie’s war.“
Doch Blatt und Blüte, jung und lind,
verraten, dass wir Gäste sind;
im Werden liegt, was Dauer meint,
und Zeit vergeht, wo sie erscheint.
So trägt der See im Maienlicht
mein stilles Fragen ins Gedicht;
und was ich suchte, fern und weit,
ruht nah im Klang der Gegenwart.