Max Vödisch

Der Rand der Welt

Du nennst dich Versager, ein Schiff nun im Nebel,
verloren im Sturm und gefangen im Knebel.
Ein Suchender, der nie als ein Sieger gezählt,
der einsam und zweifelnd die Nächte sich quält.
Du trägst die Schwermut wie Salz in der Wunde
und zählst nur die Asche der flüchtigen Stunde.

Dein Geist ist eine Quelle voll funkelnder Sterne,
doch sie leuchten verborgen in einsamer Ferne.
Verschüttet unter dem Geröll der Angst,
während du starr um dein Weitergehen bangst.
Du glaubst an die Träume, die Hoffnung versprechen,
doch die Depression droht den Mut dir zu brechen.

Du stehst im Schatten, am Rand dieser Welt,
wo kein Applaus deine Nächte erhellt.
Dir fehlt die Härte, die den andern so eigen,
wenn sie sich stolz im Triumphe beschweigen.
Doch du bist ein Poet, der die Wunden versteht,
auch wenn der Wind gerade gegen dich weht.

Du bist nicht am Ende, du bist nur am Rand,
wo Neues beginnt, mit zitternder Hand.
Der Mensch ist nicht verloren im dunkelsten Wald,
auch wenn die Stimme der Angst in ihm hallt.
Die Wende kommt leise, das Licht ist schon nah —
es glimmt in den Augen, Jahr für Jahr.

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