Wälder bewegen sich fast nicht. Sie blinzeln nicht, heben nicht die Stimme und zerfallen nicht in tausende Geräusche der Stadt.
Sie sind nicht grell, doch ihre Farben bleiben für immer im Gedächtnis.
Ihnen genügt wenig, um Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht, weil sie nicht versuchen, laut auf sich aufmerksam zu machen — sie sind einfach da.
Im Wald verspürt man nicht den Wunsch, Rollen zu spielen oder etwas zu beweisen. Hier muss man sich nicht schmücken. Man bleibt einfach so, wie man ist.
Und plötzlich entsteht ein Zustand — im Moment zu sein. Sich nicht zu verzetteln, nicht allem gleichzeitig hinterherzulaufen. Monotasking statt lautem Multitasking.
Der Wald erschafft keine neuen Kulissen und verändert sich nicht, wenn du nicht mehr kommst. Die Wälder werden kein einziges zusätzliches Geräusch machen, wenn wir nicht mehr kommen, kein neues Café eröffnen, keine neuen Dekorationen aufhängen. Der Wald bleibt er selbst. Doch aus dir verschwindet er nicht.
Hier kann es unangenehm sein, wenn man vor sich selbst davonläuft. Und sehr interessant — wenn man aller Menschen müde geworden ist. Langweilig, wenn man noch mehr Reize sucht, und ruhig, wenn die Reize sich bereits zu einem atomaren Sprengkopf der Emotionen verhärtet haben.
Man kann versuchen, alles zu hören und zu sehen, und trotzdem die Blicke nicht in Erinnerung behalten und die Stille nicht verstehen. Im Wald sieht man sich selbst.
Ihm genügen ein paar deiner Schritte, um dich wieder in die Stadt zurückzubringen.