Sommergedichte

Der Brotkrümel

Brotkrusten werden niemals zur Gewohnheit. Es gibt zu wenige von ihnen. Doch die Vorfreude auf sie gleicht dem Duft von frisch gebackenem Brot. Vorfreude kennt keine Melancholie. Ich würde den Duft des Brotes gern länger einatmen, bevor ich davon koste. Doch da packst du den Brotkrümel schon für die Reise ein. Er wird reichen, um […]

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Der Brotkrümel

Brotkrusten werden niemals zur Gewohnheit. Es gibt zu wenige von ihnen. Doch die Vorfreude auf sie gleicht dem Duft von frisch gebackenem Brot. Vorfreude kennt keine Melancholie. Ich würde den Duft des Brotes gern länger einatmen, bevor ich davon koste. Doch da packst du den Brotkrümel schon für die Reise ein. Er wird reichen, um

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Wind

Draußen weht er Hitze vertreibt er Gut tut er Sanft ist er und streichelt uns Das Schwüle vertreibt er Gut tut er Die Bäume bewegt er Rauschen bringt er hervor Gut tut er Gut tut er Heute und bei Hitze Aber er kann auch anders …

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Ode an meinen Ventilator

Die Sonne scheint und es ist heiß Denn Sommer ist’s, wie jeder weiß Doch was zu viel ist, ist zu viel Weil SO VIEL Grade niemand will! Am See die Touris matten Mutes Sie tun mit Eis sich etwas Gutes Und schwitzen müde vor sich hin „Zum Glück im Schatten ich jetzt bin!“ Kein Windchen

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Der Atem des Juli

Im Juli steht der Morgen früh zwischen den offenen Fenstern. Noch ist die Straße kühl, noch liegt Tau auf den Blättern des Frauenmantels, noch trägt die Amsel den ersten Ton über die Dächer. Dann steigt das Licht. Es legt sich auf Mauern, auf Linden, auf das stille Metall der Geländer. Die Stadt beginnt zu glänzen,

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Deutscher Wald im Licht

O Täler weit, o Höhenrand, du Wald im frühen Morgenlichte, dein Atem zieht durch Baum und Land und schreibt sich ein in die Geschichte. Durch Buchenlaub und Eichenkronen geht Wind wie eine alte Sage; in deinen tiefen, grünen Zonen verhallt des Tages laute Klage. Wo Wurzeln unter Steinen tasten und Quellwasser die Moose nährt, lernt

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Am Bodensee

Blau das Wasser, mild der Wind Wellen rollen aus am Ufer Menschen, am, auf dem und im Wasser – Sie genießen ihre freie Zeit Segelboote gleiten leise dahin Sie strahlen Ruhe und Würde aus Bei Wind blähen sie ihre Segel auf Und rauschen davon Über allem steht die Sonne am Himmel Der blau ist wie

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Am Meer

Frisch weht der Wind am Strand, ich lausche und möchte gern bleiben – blau scheint der Himmel – ein breites Band, auch Sonne wird sich noch zeigen. WIND – WEITE – DAS WASSER – DAS MEER ich atme sie ein und bin glücklich. Ein Gefühl großer Freiheit ergreift mich schwer und lässt mich spür’n zuversichtlich

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Schwalbenflug

Sonne golden, Himmel blau, wenn ich in die Höhe schau‘. Schwalben ziehen ihre Runden in den sommerlichen Stunden. Warm, so haben sie es gern; Sehnsuchtsziele sind nicht fern. Sie lieben unser schönes Land und sind bei jedermann bekannt. Sie schwirren in der warmen Zeit und ein jeder weiß Bescheid: Sommer und Sonne laden ein, fröhlich

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37,7%

Wie oft spielt der Verstand der Emotion Flöte, wiegt sie ein, dämpft sie, als wären sie große Kobras. Und sie lösen sich auf, es fällt Regen, sie rollen sich zusammen und tun niemandem etwas. So ist es wohl richtig, denn nicht allen Emotionen ist Platz gegeben — für Fortsetzung, Möglichkeit, Sinn. Wenn die Sonne herauskommt,

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Sommerblüher auf einer Ruderalstelle

Wo Schotter liegt und alte Wege vom langen Regen ausgebleicht, beginnt nicht Leere, sondern Wildnis, die still durch jede Fuge steigt. Der Natternkopf hebt blaue Flammen, der Mohn trägt roten Widerstand, und zwischen Disteln, Staub und Steinen behauptet Sommer noch das Land. Hier wächst nichts für gepflegte Gärten, kein höfisch angeordnetes Grün; doch manche Brachfläche

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Die Bergbauernwiese

Die Bergbauernwiese prahlt nicht. Sie lebt vom langsamen Sommer und vom schweren Atem der Hänge. Zwischen Arnika und Enzian steht das Gras nicht fett und herrisch, sondern licht, durchlässig, offen für Margerite, Thymian und Klee. Hier wächst Vielfalt nicht aus Überfluss, sondern aus Begrenzung. Der magere Boden zwingt die Pflanzen zu einem stilleren Vertrag. Vielleicht

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Der Wald

Wälder bewegen sich fast nicht. Sie blinzeln nicht, heben nicht die Stimme und zerfallen nicht in tausende Geräusche der Stadt. Sie sind nicht grell, doch ihre Farben bleiben für immer im Gedächtnis. Ihnen genügt wenig, um Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht, weil sie nicht versuchen, laut auf sich aufmerksam zu machen — sie sind einfach da.

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Die Kette

Es ist seltsam, welche Kleinigkeiten aus all dem die Erinnerung auswählt — seltsam oder schmerzhaft, wenn man sie auslöschen oder vergessen möchte. Es ist nie etwas Perfektes und nie etwas Abgeschlossenes — eher etwas Übergängliches, Vorüberfliegendes, „nicht ganz glattgebügelt“, etwas Unausgeschlafenes, Augenblickhaftes, im Vorbeigehen. Etwas, das geschieht, während du auf etwas anderes wartest oder etwas

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XS der Emotionen

Die wahre Vorbereitung auf den Sommer oder das Meer passiert weder im Kleiderschrank noch im Fitnessstudio, sondern im Inneren des Nervensystems. Warum spricht niemand zuerst darüber — den eigenen Zustand vor dem Sommer in Ordnung zu bringen und dieses Gefühl freudiger Erwartung einzufangen? Der Marathon aus „noch schnell abnehmen“, „noch schnell die richtigen Sachen finden“,

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Nordsommermonate

An den langen, hellen und warmen Junitagen des Frühsommers, der Hochzeit der Erdbeerernte und der Blumenblüte, vernimmt man Insekten auf den bunten Wiesen, Vögel am Himmel, Kaulquappen und Jungfische in Bächen und die Lebensgüte. Die Wetter-Singularität Schafskälte und der Lostag Siebenschläfertag werden oft wahr. „Wen kalt und nass der Juni war, verdirbt er das ganze

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