O Täler weit, o Höhenrand,
du Wald im frühen Morgenlichte,
dein Atem zieht durch Baum und Land
und schreibt sich ein in die Geschichte.
Durch Buchenlaub und Eichenkronen
geht Wind wie eine alte Sage;
in deinen tiefen, grünen Zonen
verhallt des Tages laute Klage.
Wo Wurzeln unter Steinen tasten
und Quellwasser die Moose nährt,
lernt selbst das rastlos Herz zu rasten,
weil Stille ihm das Hören lehrt.
Du bist kein Bild vergangner Zeiten,
kein dunkler Schmuck für Lied und Traum;
du lehrst, was Menschen oft bestreiten:
Nur tiefes Wurzeln schafft uns Raum.
Wer deinen Schatten Heimat nennt,
darf nicht nur nehmen, muss bewahren;
denn nur, wer Maß und Grenze kennt,
wird deine Zukunft noch erfahren.
So steh im Licht, dem Sturm verwandt,
verwurzelt tief und weit;
denn Heimat ist nicht nur ein Land —
sie ist bewährte Einigkeit.