Timo ERTEL

Die Heimkehr

Nicht Stein allein und Dach und Baum
begründen eines Menschen Leben;
erst was er liebte, litt und trug,
kann einem Orte Heimat geben.

Der stille Weiher ruht im Licht,
die Birken stehen stolz und helle;
sie kennen weder Glück noch Leid,
doch mahnen sie an ew’ge Quelle.

Das Haus dort fern am grünen Rain
ist mehr als Holz und altes Mauerwerk.
Es ist des Fleißes stilles Lied,
des Menschen Freiheit, Mut und Werk.

Denn würdig lebt nur der, der baut,
nicht nur an Mauern, Feld und Wegen,
auch an sich selbst, an Recht und Pflicht,
zum Wohl der Kommenden gelegen.

Die Schönheit dieser stillen Flur
ist nicht der Blumen flüchtig Blühen;
sie wohnt im edlen Menschengeist,
der lernt, für Wahrheit sich zu mühen.

So wandre fort mit freiem Blick,
lass weder Furcht noch Trägheit walten;
wer seine Heimat würdig liebt,
wird auch die Zukunft treu gestalten.

Und wenn des Abends milder Glanz
den Weiher still in Gold will hüllen,
dann höre tief im eignen Herz:
Nur Freiheit kann die Heimat füllen.

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