Wenn morgens Tau auf Wiesen steht
und Nebel durch die Täler geht,
wenn fahles Licht die Zweige streift
und erstes Laub zu Boden reift,
dann trägt der Herbst sein stilles Kleid,
aus Kupfer, Rauch und Müdigkeit.
Kastanien liegen kühl im Gras,
der Morgen glänzt von Nebelnass.
Die Wupper zieht durch Wald und Stein,
nimmt gelbe Blätter mit hinein.
Sie kreisen kurz im dunklen Lauf,
dann nimmt das Wasser sie hinab.
Der Ahorn glüht am Ufersaum,
wie letzte Glut in einem Traum.
Die Buche trägt ihr rostiges Rot,
der Farn wird braun, das Grün wird müd.
Ein Wind geht kühl durch Hang und Hain,
fährt unter Mäntel, Mauern, Stein.
Er löst das Laub von Ast und Zweig
und macht die stillen Wege weich.
Noch fällt am Mittag warmes Licht,
doch lange hält die Wärme nicht.
Schon wächst am Hang der frühe Schatten,
und Nebel steigen aus den Matten.
An Wuppers Ufern riecht die Luft
nach nassem Holz und Pilzesduft,
nach Erde, Laub und dunklem Moos –
der Sommer lässt die Landschaft los.
Die Kinder sammeln, was noch glänzt:
Kastanien, Blätter, rot umgrenzt.
Die Großen gehn ein wenig sacht,
als hätten sie an Zeit gedacht.
Ein Blatt fällt auf die Wupper nieder,
der Wind hebt an und schweigt schon wieder.
Das Wasser trägt es talwärts fort –
der Herbst kennt keinen festen Ort.
So zieht er langsam durchs Wuppertal,
durch feuchte Wälder, Berg und Tal.
Und wo die Wupper dunkel rinnt,
spürt man, wie leis Vergänglichkeit beginnt.